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Bei großer Hitze sollte man mehr trinken als sonst

Flüssigkeitsmangel : Hitze und zu wenig getrunken – mehr Notfälle

In der Notaufnahme des Sankt-Vinzenz-Hospitals werden gegenwärtig vermehrt Fälle von Austrocknung registriert.

Hochsommerliche Temperaturen, die deutlich über der 30-Grad-Marke liegen, machen besonders den älteren Leuten zu schaffen und können zur Dehydrierung führen, wenn Menschen nicht genug trinken. Denn der Wasserverlust über das Schwitzen ist extrem. „In unserer zentralen Notaufnahme registrieren wir gegenwärtig vermehrt Menschen mit Dehydration, die auf die aktuelle Wettersituation zurückzuführen ist“, berichtet Stefan Ruß, Sprecher des katholischen Sankt-Vinzenz-Hospitals. Teilweise litten die Betroffenen als Folge des Flüssigkeitsmangels auch unter Desorientierung. Überwiegend handele es sich um ältere Menschen, doch seien auch Sportler betroffen, die den Flüssigkeitsverlust durch Aktivitäten in brütender Hitze unterschätzt hätten.

Der Körper des Menschen reagiert schnell, wenn ihm Wasser fehlt: Kreislaufprobleme, Unwohlsein, allgemeine Schwäche und nachlassende Konzentration können sich einstellen. Gerade Senioren sind vielfach von Dehydration betroffen. Die Gründe dafür sind mannigfach. „Ältere Menschen haben oft nicht viel Durst“, wie Catherine Gilger Chefärztin der Geriatrie des katholischen Vinzenz-Hospitals, berichtet. Manche nähmen aufgrund chronischer Erkrankungen Wassertabletten und tränken auch bei großer Hitze nicht so viel, wie nötig wäre, um den Wasserverlust auszugleichen. Die Medikation begünstigt in diesen Fällen das Austrocknen. Andere tränken deshalb wenig, weil sie befürchteten, sonst ständig die Toilette aufsuchen zu müssen. Die Menschen fühlen sich aufgrund des Flüssigkeitsmangels platt und matt im Kopf. Wie schlimm ihr Zustand ist, kriegen sie oft gar nicht mit. „Flüssigkeitsmangel kann dazu führen, dass Menschen kollabieren“, wie die Chefärztin berichtet.

Senioren sind für die Dehydration leicht anfällig. Es schmecke ihnen nicht, Wasser zu trinken, und sie hätten auch nicht das Bedürfnis danach, wie Catherine Gilger erläutert. Es gebe aber auch die Fälle, dass Senioren, die beispielsweise auf einen Rollstuhl angewiesen sind oder krank im Bett liegen, Probleme haben, an den Kühlschrank zu kommen, um sich etwas zu trinken zu holen. Andere seien auf Pflegedienste oder Unterstützung von Verwandten angewiesen, die nicht ständig zu Verfügung stehen würden. Weh dem, der in solchen Situationen allein und ohne Bezugsperson sei.

Einen bis 1,5 Liter Wasser sollten Erwachsene an normalen Tagen trinken, zwei Liter, so die Empfehlung, sollten es an heißen Tagen mindestens sein. Auch andere Getränke wie Kaffee (treibende Wirkung bedenken), Tee oder Säfte dienen der Flüssigkeitsaufnahme. „Cola light kann ein Äquivalent zu Wasser sein, ist aber nicht optimal“, wie Chefärztin Catherine Gilger sagt, die Wasser statt Softdrinks empfiehlt. Säfte könnten bei Diabetes ein Problem sein. Wem Mineralwasser auf Dauer geschmacklich zu eintönig ist, dem rät sie, einen Spritzer Zitrone zuzusetzen. Auch könne man viel Obst, das ebenfalls Flüssigkeit enthält, und Gemüse essen. Nichts spreche dagegen, ein Glas Radler oder ein Bier zu trinken.

Catherine Gilger empfiehlt allen, sich selbst ans Trinken zu erinnern. Dies könne beispielsweise geschehen, indem man eine Flasche oder eine Karaffe mit der Wassermenge, die man zu sich nehmen will, an einem gut sichtbaren Platz hinstellt. Wer etwas getrunken hat, fühlt sich danach manchmal wie ausgewechselt.