Bau der neuen Sporhalle für Berufskolleg Dinslaken verzögert sich

Berufskolleg Dinslaken: Verzögerung bei neuer Vierfach-Sporthalle

Das Berufskolleg Dinslaken soll seit langem einen Ersatzbau für die Douvermannhalle bekommen. Doch geht die Kreisverwaltung davon aus, dass sich der Bezug der neue Halle um 12 bis 15 Monate verschiebt.

Die Konzentration der Standorte Wiesenstraße und Konrad-Adenauer-Straße des Berufskollegs Dinslaken an einem Platz ist seit etwa fünf Jahren Thema. Ein wichtiger Schritt dahin ist der Bau einer Vierfach-Sporthalle als Ersatz für die in die Jahre gekommen Douvermannhalle. An der Realisierung des Vorhabens sind der Kreis Wesel als Schulträger und die Stadt Dinslaken beteiligt. Bislang sahen die Planungen vor, dass die neue Turnhalle Ende 2020 zur Verfügung stehen sollte, jetzt hat der Kreis aufgrund aktueller Entwicklungen diese Zeitschiene korrigiert und geht davon aus, dass die Halle erst Ende 2021, Anfang 2022 fertiggestellt und nutzbar sein wird.

Diese enorme Verzögerung will die Kreistagsfraktion der Grünen nicht so einfach hinnehmen. „Das Problem liegt uns sehr am Herzen. Es geht darum, eine qualitativ hochwertige Bildung am Berufskolleg zu ermöglichen“, erklärte Hubert Kück, Fraktionschef der Grünen im Kreistag Wesel. Um dies zu gewährleisten, müsse der Standort des Berufskollegs Dinslaken gesichert und ausgebaut werden. Die Zentralisierungspläne am Standort Wiesenstraße reichen bis 2013 zurück, doch was bisher erreicht worden ist, bezeichnen Kück und sein Fraktionskollege Jürgen Bartsch als „ein Trauerspiel“.

Bestätigt fühlen sie sich in ihrer Einschätzung durch die jüngste Entwicklung in Sachen neue Vierfach-Sporthalle für das Berufskolleg. Bei der Erarbeitung des Raum- und Funktionsprogramms für die Halle ging man bisher davon aus, dass diese von den Handballern des MTV Rheinwacht Dinslaken für Training und Spielbetrieb mitgenutzt wird. Dann teilte die Stadt Dinslaken dem Kreis mit, dass die Halle für den Spielbetrieb aufgrund neuester Erkenntnisse nicht erforderlich sei, dort lediglich Training stattfinden solle. Dadurch werden der Bau einer Zuschauertribüne und von Sozialräumen für die Handballer überflüssig. Was auch bedeutet, dass die Stadt Dinslaken sich nicht an den Baukosten für die neue Halle beteiligt.

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Der Kreis will nun die für den Kauf des Grundstücks erforderliche Machbarkeitsstudie in Eigenregie durchführen. Auch geht es um eine Anpassung des benötigten Grundstücks, dazu laufen Abstimmungen des Kreises mit der Stadt Dinslaken und dem Verkäufer. Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass Mitte 2020 der Bauantrag eingereicht werden kann. Die Bauzeit könnte bis Ende 2021 gehen, so dass die neue Sporthalle Anfang 2022 bezogen werden könnte. Die geschätzten Kosten für das Projekt liegen bei 7,15 Millionen Euro, ohne Grunderwerb. Der Bauausschuss des Kreises befasst sich in seiner Sitzung am Dienstag, 20. November, mit dieser Thematik.

Den Schwarzen Peter für die Verzögerung schiebt Hubert Kück der Stadt Dinslaken zu. Er erwartet, dass Kreisdirektor Müller und Dinslakens Bürgermeister Heidinger die Angelegenheit zur Chefsache machen, sich zusammensetzen und gemeinsam nach einer Lösung suchen, damit die zeitliche Verzögerung möglichst gering gehalten werden kann. Zur Kreistagssitzung Mitte Dezember soll ein „verbindlicher Zeitplan vorgelegt werden, der einzuhalten ist und nicht ausufert“.

Die Stadt Dinslaken lässt sich den Schwarzen Peter nicht zuschieben. Ihr Pressesprecher Marcel Sturm weist darauf hin, dass sie nach wie vor großes Interesse an der Zentralisierung des Berufskollegs hat. Für den Hallenbau wartet sie noch auf Gutachten, die vom Grundstücksverkäufer vorzulegen seien. Sie habe auf die Dringlichkeit hingewiesen. Unabhängig davon sei im Dezember 2017 vom Planungsausschuss die Aufstellung des erforderlichen Bebauungsplanes beschlossen und im Juni 2018 die Flächennutzungsplanänderung eingeleitet worden. Damit habe die Kommune im Rahmen des Bauleitplanverfahrens alle notwendigen Beschlüsse herbeigeführt. „Mit dem Kreis sind wir zudem kontinuierlich in Planungsgesprächen. So ist für kommende Woche wieder ein Gespräch vorgesehen“, so Sturm.

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