Dinslaken: Bahnhofsvorplatz - eine Zumutung

Dinslaken: Bahnhofsvorplatz - eine Zumutung

Dinslakener Ausschuss befasste sich mit der Innenstadtentwicklung. Verkehrsführung und Parkplatzsituation am Mobilitätszentrum müssen aus Sicht der Verwaltung verbessert werden. Grundlagenerhebung für die Planung.

Das beherrschende Thema in der Innenstadtentwicklung ist aus Sicht der Stadtverwaltung momentan die geplante Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes und seines Umfeldes. Dabei spielt es sicherlich auch eine Rolle, dass von Mitgliedern der Unabhängigen Bürger-Vertretung (UBV) Unterschriften gegen die Verwaltungspläne gesammelt werden.

Den Mitgliedern des Ausschusses für Liegenschaften und Wirtschaftsförderung stellte Magdalene Pötschke. die in der Verwaltung für die Stadtentwicklung zuständig ist, gestern Abend die Ergebnisse der Pendler-Befragung vor, die kommunale Mitarbeiter am 13. November in der Zeit von 6.15 bis 7.45 Uhr am Bahnhof durchführten (die RP berichtete). Herausgestellt wurden die Konfliktpunkte (wie unübersichtliche Verkehrsführung, zu wenig Stellplätze für Dauerparker, fehlende Barrierefreiheit), von denen Fußgänger, Auto- und Radfahrer betroffen sind. Bürgermeister Michael Heidinger sah eine "funktionelle Verbesserung für alle" als unbedingt erforderlich an. Diese soll durch die Umgestaltung des Platzes des Mobilitätszentrums erreicht werden.

Horst Miltenberger (CDU) wollte von der Verwaltung wissen, ob diese im Rahmen des ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs für die Platzgestaltung die künftige Verkehrsführung vorgegeben habe, ob es wahrscheinlich sei, dass ein Investor für das angedachte Parkhaus gefunden werde und wie es um mögliche Fördermittel für das Vorhaben bestellt sei? Baudezernent Thomas Palotz stellte unmissverständlich klar, dass die Verkehrsführung nicht vorgegeben worden sei. Ob ein Investor gefunden werde, könne er nicht mit Bestimmtheit sagen, er hielt es aber für wahrscheinlich, da ein Parkhaus am Bahnhof eine gute Auslastung verspreche, daher eine attraktive Investition darstelle. Eine Prognose zur Förderung konnte er nicht abgeben, Grundvoraussetzung für solche Gelder sei ein vorgeschalteter, qualifizierter Planungswettbewerb.

Die Grundlagenermittlung für die Planung des künftigen Bahnhofsvorplatzes und seines Umfeldes läuft noch. Genaue Verkehrserhebungen stehen an, es wird Verkehrsberechnungen und Verkehrsflusssimulationen geben. Mehrfach wies Palotz darauf hin, dass es nicht nur um die Verbesserung der Situation für die Autofahrer gehe. "Nur 25 Prozent der Menschen kommen mit dem Auto zum Bahnhof." 75 Prozent kämen zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

Bürgermeister Heidinger betonte, dass die Situation am Bahnhof dringen verändert werden muss. Schon was den Autofahrern dort zugemutet werde, "ist unterirdisch", stellte der Verwaltungschef fest. Er berichtete von seinen Erlebnissen, als dort an einem Tag gegen 19.07 Uhr "das reinste Chaos" geherrscht habe. "Der Bereich ist alles andere als autofahrerfreundlich." Die Verkehrsführung und die Parkplatzsituation müssten verbessert und sinnvolle Lösungen gefunden werden. Neue Dauerparkplätze sollen geschaffen werden, angedacht ist neben einem Parkhaus auch eine Parkpalette.

Die Planungen sollen mit den Dinslakenern diskutiert werden, wie Michael Heidinger auf Nachfrage eines Ausschussmitgliedes erklärte. Eine intensive Bürgerbeteiligung wie bei der Kathrin-Türks-Halle ist vorgesehen, die Menschen sollen Gelegenheit erhalten, sich einzubringen.

(RP)