Dinslaken: Bahnhofsplatz soll doppelt so teuer werden

Dinslaken : Bahnhofsplatz soll doppelt so teuer werden

Stadt Dinslaken schätzt die Kosten nun auf acht Millionen Euro. Grund sind die Pläne für ein Parkhaus. Im Herbst 2018 will die Stadt beim Land einen Antrag auf Städtebauförderung stellen.

Die Sanierung des Bahnhofsvorplatzes wird möglicherweise teurer als gedacht. Bisher war, so UBV-Fraktionsvorsitzender Heinz Brücker, von Kosten in Höhe von vier Millionen Euro die Rede. Nun schätzt die Verwaltung die Kosten auf acht Millionen Euro. Das bestätigte die Stadtverwaltung der UBV in einem Antwortschreiben auf diverse Fragen zu dem Thema. Die Stadtverwaltung legt allerdings Wert darauf, dass es sich dabei, so Stadtsprecher Thomas Pieperhoff, noch nicht um eine "belastbare Kostenplanung", sondern nur um Schätzungen handle.

Der "zu beplanende Bereich ist deutlich größer geworden", so begründet die Stadtverwaltung die mögliche Kostensteigerung. Im Rahmen des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs, den das Berliner Landschaftsarchitekturbüro Planorama gewonnen hat, sei "deutlich geworden, dass bei der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes neben dem eigentlichen Vorplatz und der nördlichen Bahnstraße auch der Bereich der Straßenbahnwendeschleife mit dem dahinter liegenden Parkplatz sowie Teile der Wilhelm-Lantermann-Straße in der Planung mitgedacht und integriert werden müssen", so die Verwaltung in ihrem Schreiben.

Zum Zeitpunkt der ersten Schätzung vor drei Jahren sei man von vier Millionen Euro Kosten ausgegangen, weil diese "ausschließlich über die Fläche ermittelt" worden seien. Außerdem habe diese Schätzung keine Verlegung der Straßenbahnschienen im Bereich der Wendeschleife beinhaltet. Dort soll aber, so die aktuellen Pläne, ein Parkhaus entstehen.

Derzeit laufe die Entwurfsplanung. Im Herbst 2018 will die Stadt beim Land einen Antrag auf Städtebauförderung stellen. Mit einem Baubeginn rechnet die Stadtverwaltung nicht vor Ende 2020.

Aktuell laufen die Prüfungen der Verkehrsflüsse - die Frage, ob sich die Bahnstraße als Zufahrt eignet, muss geklärt werden. Nach den Entwürfen der Landschaftsarchitekten soll der Bahnhofsvorplatz autofrei bleiben. Über die Bahnstraße sollen Bahnkunden zum Bahnhof gelangen. Der Busbahnhof soll parallel zur Lantermann-Straße angelegt werden. Es gehe, so hieß es bei der Vorstellung der Pläne Anfang 2016, darum, ein neues Tor zur Innenstadt zu schaffen. Und man dürfe nicht immer dem Autoverkehr Vorrang einräumen.

Natürlich seien die Entwürfe der Landschaftsarchitekten nicht "in Stein gemeißelt", so Thomas Pieperhoff. "Sonst hätten wir uns ja die Bürgerbeteiligung sparen können." Dabei wurde gerade die autofreie Zone auf dem Bahnhofsvorplatz vielfach kritisiert.

Auch das Bahnhofsgebäude selbst will die Stadt kaufen und verhandelt darüber weiterhin mit der Bahn.

Ein entsprechendes Wertgutachten ist noch nicht fertiggestellt. Laut UBV-Fraktionschef Heinz Brücker sind für das Gebäude Sanierungskosten in Höhe von 400.000 Euro im Gespräch - eine Summe, die die Stadt Dinslaken allerdings aktuell nicht bestätigt. Auch angesichts dieser Summe bezweifelt Heinz Brücker, ob die Flächen in dem Gebäude kostendeckend vermietet werden können.

(aha)
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