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Autofahrer verfolgen in Dinslaken Mann auf "frisiertem" E-Bike

Mann flüchtet mit „frisiertem“ E-Bike : Autofahrer nehmen in Dinslaken rabiaten Radfahrer in die Zange

Mit einem Elektromotor Marke Eigenbau hat ein 48 Jahre alter Dinslakener sein Fahrrad „frisiert“. Spitzengeschiwndigkeit: 40 Kilometer pro Stunde. Doch das brachte ihm jetzt eine wilde Verfolgungsjagd und jede Menge Ärger ein.

Eine ungewöhnliche Verfolgungsjagd lieferten sich am Mittwoch zwei Autofahrer mit einem Radfahrer in Oberlohberg. Was die Sache für die Autofahrer schwierig machte: Der Radfahrer aus Dinslaken hatte sein Bike „frisiert“. Ausgestattet mit einem Elektromotor, Marke Selbstbausatz, schaffte sein Flitzer locker 40 Kilometer pro Stunde. Damit war der Tüftler laut Polizei gegen 12.55 Uhr auf dem rechten Radweg der Franzosenstraße in Richtung Dickerstraße unterwegs.

Ein 38-jähriger Zeuge aus Oberhausen beobachtete, wie ein 56-jähriger Autofahrer aus Dinslaken von einem Grundstück in den fließenden Verkehr abbiegen wollte. Da der Radfahrer (48) noch weit genug entfernt schien, fuhr der Autofahrer auf den Radweg vor. In diesem Moment kam der „E-Bike“-Fahrer auch schon angerast, wild gestikulierend und laut brüllend: „Aus dem Weg, weg da!“

In letzter Minute gelang es dem  Radfahrer sein Gefährt soweit abzubremsen, dass er nur leicht gegen den stehenden Wagen des Dinslakeners prallte. Bevor er anschließend das Auto umkurvte und wieder in die Pedale trat, trat er noch einmal kräftig hinten gegen das Fahrzeug und flüchtete.

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Daraufhin sprang der Zeuge in sein Auto und nahm zusammen mit dem Autofahrer die Verfolgung auf. Doch ihre lauten Rufe „Stehenbleiben!“ ignorierte der Flüchtende geflissentlich. An der Dickerstraße gelang es den beiden Verfolgern, den Raser mit ihren Autos einzukeilen. Doch selbst jetzt versuchte der 48-Jährige wieder auszureißen, woraufhin der Oberhausener ihn kurzerhand packte und festhielt, bis die Polizei eintraf.

Die Beamten staunten nicht schlecht über das getunte Gefährt und stellten es zur Beweissicherung sicher. Der 48-Jährige gab vor Ort zu, dass das Rad durch den selbst angebauten Elektromotor Tempo 40 fahren würde. Jetzt dürfte dem Dinslakener erst einmal jede Menge Ärger ins Haus stehen. Ihn erwartet nämlich ein Strafverfahren.

Die Polizei nimmt den Vorfall zum Anlass auf die große Zahl an verletzten Pedelec- und E-Bike-Fahrern im vergangenen Jahr hinzuweisen. Autofahrer unterschätzten oft die Schnelligkeit der Räder, in einigen Fällen seien die Radfahrer aber auch von der Handhabung überfordert. „Frisierte“ E-Bikes und Pedelecs hätten ein noch höheres Gefahrenpotential, da die Bremsen beispielsweise für eine weit höhere Leistung oft nicht ausgelegt seien.

Außerdem liege beim Tuning kein Kavaliersdelikt vor: Das Fahrrad werde zum Kraftfahrzeug und somit  versicherungspflichtig. Auch benötige der Fahrer einen Führerschein.  Außerdem hole sich die Privathaftpflicht bei einem Schaden eventuell das Geld beim Bastler zurück, erklärt die Polizei.