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Ausbildung im Kreis Wesel: So läuft's beim Brauprojekt 777 in Spellen

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Das betriebliche Praktikum hat sich längst als gutes Mittel bewährt, um den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen. Beim Brauprojekt 777 in Spellen hat Danny Wagner davon profitiert. Er lässt sich dort zum Brauer und Mälzer ausbilden.

Seit zehn Jahren ist das Brauprojekt 777, die kleine, aber feine Brauerei aus Spellen, nun auf dem Markt. Mit ihrem niederrheinischen Bier hat sie sich in der Region längst einen Namen gemacht. Doch nun betreten Arne Hendschke, Christian Preuwe, Tim Schade und Torsten Mömken, die Gesellschafter des Brauprojekts 777 sind, Neuland. Denn sie bilden erstmals einen jungen Menschen aus.

„In Zeiten des Fachkräftemangels wollen wir eigene Kräfte heranziehen“, sagt Arne Hendschke.Diese eigene Kraft heißt Danny Wagner, ist 20 Jahre alt und kommt aus Dinslaken. Das Brauprojekt 777 hat sich bei ihrem Einstieg in den Ausbildungssektor eines Hilfsmittels bedient, das sich auf dem Gebiet der Berufsausbildung längst bewährt hat – die Einstiegsqualifizierung. Zwölf Monate lang absolvierte Danny Wagner diese Qualifizierung, die als eine Art Langzeit-Praktikum betrachtet werden kann. „Wir hielten dies für das beste Mittel. So hatte er die Möglichkeit, reinzuwachsen und die unterschiedlichen Arbeitsfelder kennenzulernen“, sagt Hendschke.

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  • Von links: Dominik Zostak (Arbeitgeberservice Wesel),
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Begleitet wird diese Qualifizierung vom Jobcenter des Kreises Wesel. „Man muss diese Einstiegsqualifizierung wirklich wie ein gefördertes Praktikum betrachten. Sollte der potenzielle Lehrling auch tatsächlich einen Ausbildungsvertrag erhalten, wird die zuvor absolvierte Qualifizierung auf die Ausbildungszeit angerechnet“, erklärt Uwe Dähnenkamp vom Jobcenter. Im Fall von Danny Wagner deutete schnell vieles darauf hin, dass die Einstiegsqualifizierung in eine Ausbildung münden würde. „Wir haben während der Zeit lockeren Kontakt zu ihm und auch zur Brauerei gehalten. Da kristallisierte sich schnell heraus, dass es gut läuft“, so Dähnenkamp.

Dass Danny Wagner, der am 1. August seine Ausbildung zum Brauer und Mälzer begann, nun dennoch die vollen drei Jahre Ausbildungszeit vor der Brust hat, liegt daran, dass der Beruf des Brauers doch sehr speziell ist. Die Zuversicht ist aber trotz der Herausforderungen auf allen Seiten groß. „Er passt gut ins Team rein und ist mit den gestellten Aufgaben gewachsen, so dass sich der Wunsch nach einer Ausbildung immer mehr festigte“, so Hendschke. Im Rahmen der Ausbildung soll Danny Wagner nun weiter Stück für Stück in die Thematik eingearbeitet werden und sein Verantwortungsbereich im Idealfall wachsen. Das „Verstehen der Zusammenhänge“ und die „Produktsicherheit“ sind weitere Ziele während der Ausbildung.

Wer sich für eine Einstiegsqualifizierung interessiert, kann sich an die Berufsberatung oder den Jobcenter der Arbeitsagentur für Arbeit wenden. Dort werden junge Menschen bei der Suche nach Betrieben, die Einstiegsqualifizierungen anbieten, unterstützt. Jeder, der die allgemeine Schulpflicht erfüllt und noch keine Ausbildung abgeschlossen hat, kann teilnehmen.

In der Regel dauert eine Einstiegsqualifizierung zwischen sechs und zwölf Monaten. Obligatorisch sind ein Praktikumsvertrag, eine Sozialversicherung sowie eine monatliche Praktikumsvergütung, die auf Antrag der Betriebe auch bezuschusst wird. Außerdem kann die Einstiegsqualifizierung sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit von mindestens 20 Wochenstunden erfüllt werden. Wer berufsschulpflichtig ist, besucht während der Einstiegsqualifizierung eine Berufsschule. Anspruch hat der Teilnehmer zudem auf ein Zeugnis des Betriebes, mit dem er sich bewerben kann. Auf Antrag gibt es darüber hinaus Zertifikate über erworbene Qualifikationen.

„Dieses geförderte Praktikum gibt es schon recht lange und hat sich im Lauf der Jahre bewährt“, sagt Dähnenkamp. Im Fall von Danny Wagner geht er davon aus, dass es auch diesmal erfolgreich sein wird. Und auch das Brauprojekt 777, das auf Regionalität und abwechslungsreiche Biersorten setzt und bekanntlich auch die Pop-Up Bar im Berliner Tor in Wesel betreibt, geht voller Optimismus in das erste Ausbildungsjahr ihres Premieren-Azubis.