1. NRW
  2. Städte
  3. Dinslaken

Ausbildung im Kreis Wesel: Noch über 1100 Stellen offen

Ausbildungsinitiative Kreis Wesel Präsentiert von Altana (Folge 9) : Warum die duale Ausbildung ein gutes Fundament ist

Weniger Jugendliche suchen einen Ausbildungsplatz, mehr als 1100 offene Stellen – der Trend ist eindeutig. Die Arbeitsagentur im Kreis Wesel weist dennoch darauf hin, welch gutes Fundament eine Ausbildung sein kann.

Die Zahlen sprechen für sich. Im Vergleich zum Vorjahr sind im Kreis Wesel knapp zehn Prozent weniger Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Obwohl von vielen Seiten immer wieder dafür geworben wird, dass eine duale Ausbildung ein gutes Fundament für das weitere Berufsleben ist, schlagen etliche junge Menschen zunächst einmal einen anderen Weg ein. „Die Bereitschaft, ein Studium zu absolvieren oder weiter zur Schule zu gehen, ist sehr hoch“, sagt Markus Brandenbusch von der Arbeitsagentur. Er schränkt aber auch gleichzeitig ein, dass dies „nicht unbedingt der bessere Weg sein muss“.

Brandenbusch weist darauf hin, dass einem auch mit einer abgeschlossenen Ausbildung alle Türen offen stehen können. Denn der Markt hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Fachkräfte werden händeringend gesucht. Und wer eine Ausbildung erfolgreich beendet hat, ist eine solche Fachkraft. Und Möglichkeiten, die Erfolgsleiter noch weiter nach oben zu klettern, bieten viele Berufe.

Was aber sind die Gründe, dass Jugendliche nach dem Schulabschluss nicht direkt den Einstieg ins Berufsleben wagen? „Die Gründe sind sehr vielfältig. Einer davon ist, dass Jugendliche denken, je besser und höherwertiger der Schulabschluss ist, umso besser sind auch die Chancen, einen guten Job zu bekommen“, sagt Brandenbusch, fügt aber auch gleichzeitig hinzu: „Das muss man aber schon ein wenig relativieren.“ Was er meint: Viele Unternehmen schauen mittlerweile nicht mehr ausschließlich auf den kompletten schulischen Werdegang oder die Noten auf den Zeugnissen. Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, soziale Kompetenz und Engagement sind dabei stets Schlagworte, die fallen, wenn es darum geht, was die Betriebe von ihren Auszubildenden erwarten.

  • Blick auf die Konzernzentrale von Altana
    Weseler Unternehmen : Altana ab 2025 ohne CO2-Emissionen
  • Auf einem gut 5000 Quadratmeter großen
    Pilotprojekt von Altana und Byk-Chemie in Wesel : Vorzeigearbeitsplätze im Millionen-Bau
  • Ein gute Bewerbung zu schreiben, ist
    Azubi-Tipp : „Die Bewerbung muss die Persönlichkeit widerspiegeln“

Für Markus Brandenbusch ist der Umbruch im Schulsystem ein weiterer Aspekt, der nicht gerade der dualen Ausbildung in die Karten spielt. „Es gibt immer mehr Gesamtschulen, die eben auch höherwertige Schulabschlüsse anbieten. Hinzu kommen die zahlreichen Angebote an den Berufskollegs.“ Und schließlich hat auch die Corona-Krise dem Ausbildungsmarkt nicht gut getan. Praktika, stets ein gutes Mittel, um in den Berufsalltag hineinzuschnuppern, konnten da beispielsweise nicht wie im gewohnten Umfang absolviert werden.

Fakt ist, und auch diese Zahl spricht für sich: Aktuell gibt es im Kreis Wesel noch 1125 freie Ausbildungsplätze. Das sind 243 mehr als im vergangenen Jahr. Bei derzeit 604 Jugendlichen, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, könnte man meinen, dass diese schnell versorgt seien. Doch dem hält Brandenbusch entgegen: „Ausbildung ist keine Mathematik.“ Was so viel bedeutet, dass nicht jeder Jugendliche einen Ausbildungsplatz erhält, nur weil auf einen Jugendlichen zwei Ausbildungsplätze kommen. Denn: Kriterien wie Berufswunsch, die Entfernung zum Arbeitsplatz und weitere Voraussetzungen wie die Chemie zwischen Arbeitgeber und Lehrling und die Erfüllung der Anforderungen darf man nicht vergessen.

Berufsberaterin Barbara Sieg stellt aber noch mal klar, dass seitens der Arbeitsagentur alles getan wird, um die Jugendlichen bei ihrer Berufsfindung zu unterstützen. „Wir veranstalten Ausbildungsbörsen, bieten weitere berufsbildende Fördermaßnahmen, versuchen Jugendliche für unterschiedliche Berufe zu interessieren und schauen auch, wie wir Anbietende und Suchende zusammenbringen können“, sagt sie. Sieg weist auch darauf hin, dass „noch Bewegung auf dem Markt ist und kein Jugendlicher auf der Strecke bleiben muss“.

Im gleichen Atemzug plädiert Barbara Sieg in Richtung der Jugendlichen, „sich bei uns zu melden. Es ist ganz bestimmt noch nicht zu spät. Aber es wäre schon wichtig, den ersten Schritt zu machen und sich mit uns in Verbindung zu setzen.“ Markus Brandenbusch stößt ins gleiche Horn. „In sämtlichen Bereichen gibt es noch freie Stellen. Die Auswahl ist groß.“

Hier können sich Jugendliche per Mail an die Arbeitsagentur im Kreis Wesel melden: Wesel.berufsberatung-251@arbeitsagentur