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Ausbildung, Arbeitsplatz: Chancen für Menschen mit Behinderung

Beispiele aus Dinslaken : Gemeinsam Chancen schaffen für Menschen mit Behinderung

Leslie Unterberg, Behindertenbeauftragte der Stadt Dinslaken, möchte Unternehmen dafür gewinnen, Menschen mit Einschränungen eine Chance zu geben. Niklas Schröter und Kaan Caglayan haben ihre Chance bereits genutzt.

Die Eltern von jungen Menschen mit Behinderung sehen sich oft vor Probleme gestellt. „Man kommt sich vor, als stünde man alleine da“, sagt Gabriele Schröter. Deshalb ist sie auch dankbar dafür, dass sich die Stadtverwaltung Dinslaken in Person der Behindertenbeauftragten Leslie Unterberg, für ihren 14-jährigen Sohn Niklas einsetzte, als dieser eine Stelle für sein Schülerpraktikum suchte. Leslie Unterberg wandte sich an Jan Hendrik Roth, den Geschäftsführer der NT-Consult. „Warum eigentlich nicht?“, war seine erste Reaktion auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, einen Praktikanten mit Behinderung in sein Unternehmen zu holen. „Ich habe mir dann erst Gedanken gemacht, was ich da leisten muss“, sagt er. „Aber das war alles gar kein Problem.“

Er erlebte mit Niklas einen positiven, motivierten Praktikanten. Und wenn der 14-jährige Schüler der Realschule Voerde von seinen Erlebnissen im Praktikum erzählt, dann strahlt er noch immer. Er berichtet davon, wie er mit verschiedenen Programmiersprachen arbeitete. „Ich könnte mir gut vorstellen später Spiele zu programmieren“, sagt er. Und für Jan Hendrik Roth war Niklas, auch in Sachen Arbeitsleistung, einer der besten Praktikanten, die er bisher in seinem Unternehmen erlebt hat. „Er kann sich später gerne bei uns bewerben“, sagt der Geschäftsführer der NT-Consult. Die Voraussetzungen dafür bringt Niklas mit, wie seine Klassenlehrerin Monika Petermann berichtet: „Er hat sich hervorragend entwickelt und selbst dann den Stoff aufgeholt, wenn er mal wegen Operationen mehrere Wochen gefehlt hat“, sagt sie.

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Auf dem Arbeitsmarkt geschafft hat es auch Kaan Caglayan. Seit August ist er als Stadtsekretärsanwärter bei der Stadt Dinslaken beschäftigt. „Ich habe mir immer gewünscht, so eine Stelle im Büro zu bekommen“, erzählt er. Einfach war es für ihn nicht. Er musste etliche Bewerbungen schreiben, Praktika und Probearbeiten absolvieren und Einstellungstests schreiben, bevor er bei der Stadt Dinslaken landete. „Ich war zwischendurch am Boden zerstört, weil nur Absagen kamen“, berichtet er.

Auch für die Stadt war der neue Auszubildende, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hier und da eine kleine Herausforderung: „Ich musste schauen, wo man ihn einsetzen kann“, sagt Petra Blankenburg, Ausbildungsbeauftragte der Stadt Dinslaken. Am Anfang mussten für ihn ein höhenverstellbarer Schreibtisch samt Stuhl angeschafft werden, und er musste die Fahrstühle an seinen Arbeitsstellen ausprobieren. „Aber das sind alles nur Kleinigkeiten“, sagt Petra Blankenburg.

Leslie Unterberg würde sich wünschen, dass mehr Unternehmen Menschen mit Behinderung eine Chance geben. „Es werden gerade den Arbeitgebern auch viele Hilfen und Unterstützung zur Seite gestellt“, erklärt sie. „Und wir als Stadtverwaltung helfen da natürlich auch gerne weiter“, sagt sie.