Dinslaken: Augen auf bei Kostümen und Schminke

Dinslaken: Augen auf bei Kostümen und Schminke

Zum Beginn des Straßenkarnevals warnt die Beratungsstelle Dinslaken der Verbraucherzentrale vor Schad- und Reizstoffen in Verkleidungen und Schminkprodukten. Um Probleme zu vermeiden, heißt es: Achtsam sein - oder kreativ.

Wer in letzter Minute noch eine närrische Aufmachung für Straßenkarneval und jecken Umzug sucht, wird in Dinslaken nicht unbedingt schnell fündig. Nur hier und da hängen einige Kostüme für Kinder an den Ein- und Ausgängen von Spielzeugläden. Lediglich bei größeren Handelsketten, Discountern und Warenhäusern finden sich größere Angebote von Verkleidungen. Diese könnten gefährlich sein, warnt die Verbraucherzentrale, denn "Kostüme, Masken, Bärte und Perücken aus Kunststoff - etwa aus Polyester und Nylon - können leicht Feuer fangen", heißt es in einer Pressemitteilung der Verbraucherzentrale. Und tatsächlich zeigt ein kurzer Blick in viele der verfügbaren Kostüme, dass diese vor allem aus Polyester bestehen und mit einem Etikett versehen sind, auf dem in mehreren Sprachen "Achtung! Von Feuer fernhalten!" zu lesen ist. Die Verbraucherzentrale rät außerdem dazu, eine zusätzliche Kleidungsschicht unter dem Kostüm zu tragen, um die Haut vor möglicherweise reizenden Inhaltsstoffen der Verkleidung zu schützen.

Egon van Lierop, ein Urgestein des Dinslakener Karnevals und kürzlich von der Karnevalsgesellschaft Rot-Gold Dinslaken für seine 33-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet, ist pragmatisch, wenn es um die passende Kostümierung fürs jecke Treiben geht. "Wir werfen unsere Kostüme nie weg, sondern setzen sie immer wieder neu zusammen oder tragen ein Kostüm eben nach ein paar Jahren noch einmal", sagt der erfahrene Jeck. Lieber selbst Hand anlegen und sich etwas Kreatives ausdenken, als einfach schnell noch ein Kostüm von der Stange kaufen. "Ich glaube, diese Idee setzt sich schon immer mehr durch", sagt er. Wenn man nicht selbst zu Nadel und Faden greifen will und trotzdem ein hochwertiges Kostüm haben möchte, ohne viel Geld auszugeben, hat Egon van Lierop auch einen Vorschlag: "Es gibt mittlerweile viele Kostümverleiher, bei denen man sich einfach eine Verkleidung ausleihen kann. Das geht heutzutage auch schon über das Internet", weiß der erfahrene Karnevalist. "Wenn man mal ein besonderes Kostüm haben will, kann sich das lohnen."

Auch bei der Schminke zur bunten Verzierung des Gesichts rät die Verbraucherzentrale dazu, genau hinzuschauen. "Wer Karnevalsschminke mit Mineralölen wie Paraffin oder Petrolatum auf die Lippen aufträgt, verschluckt oftmals schädliche Substanzen", heißt es in der Pressemitteilung. Auf Naturkosmetik zurückgreifen, lautet hier die Empfehlung. Zudem sollten gerade Allergiker auf die Inhaltsstoffe der Schminke achten. Naturprodukte gibt es in Bioläden und auch Drogeriemärkten. "Bei unserer Hausmarke können wir sicher sein, dass nur mit natürlichen Produkten gearbeitet wird", erklärt Elvira Halilovic, Filialleiterin der dm-Filiale in der Neutor-Galerie. "Die meisten der Produkte sind dabei sogar vegan, enthalten also keine tierischen Produkte", erklärt sie weiter. Wer sich schminken möchte, sollte, so der Tipp der Verbraucherzentrale, Aquafarben verwenden. "Anders als Farben auf Paraffinbasis dichten Wasserfarben die Poren nicht ab", heißt es dazu in der Pressemitteilung der Verbraucherzentrale.

Auch der erfahrene Jeck Egon van Lierop bevorzugt Naturprodukte. "Da sollte man schon darauf achten, was in der Schminke ist. Schließlich geht es da um die eigene Haut", sagt er. "Naturprodukte sind da natürlich immer besser als solche, in denen alle möglichen Chemikalien enthalten sind." Für Bühnenauftritte im Karneval haben er und seine Ehefrau Gisela, die ebenfalls schon seit Jahren karnevalistisch aktiv ist, bisher immer auf echte Theaterschminke gesetzt. "Was für Schauspieler professionell hergestellt wird, dürfte eigentlich nicht schlecht sein", sagt der Dinslakener Jeck. Auch hier glaubt er daran, dass die Menschen zum jecken Treiben in der fünften Jahreszeit mittlerweile genauer hinschauen. "Ich denke, es gibt da mittlerweile ein gesteigertes Bewusstsein, natürliche Produkte zu kaufen", sagt er.

Obacht geben sollten die Karnevalisten nach Ansicht der Verbraucherzentrale auch bei bunten Augenlinsen. Diese können bei längerem Tragen zu Problemen führen und das Sichtfeld einschränken. Hier sollten "Optiker oder Augenärzte vor dem Kauf um medizinischen Rat gefragt werden", heißt es in der Pressemitteilung. Schadstoffe könnten, laut Verbraucherzentrale, auch in Accessoires wie Plastik-Schwertern vorhanden sein. Wenn das Kostüm-Beiwerk stark chemisch riecht, rät die Verbraucherzentrale dazu, lieber kreativ zu werden und kurzerhand selbst etwas zu basteln. So wird die eigene Verkleidung auch gleich individueller und damit auch schöner.

(RP)