Reportage Am Montag: Auf Geschenksuche im Advent

Reportage Am Montag: Auf Geschenksuche im Advent

Für die Einzelhändler könnte das Weihnachtsgeschäft noch besser laufen. Kunden haben noch nicht alle Geschenke gekauft.

Dinslaken Ein Fahrrad unter dem Christbaum finden. Für viele Kinder früher ein Traum zum Weihnachtsfest. Doch werden auch im digitalen Zeitalter noch Kinderräder zum Fest gekauft? "Das kommt schon noch vor, allerdings längst nicht mehr in der Masse, in der das früher der Fall war", sagt Fahrradhändler Marc Nellessen, der seinen Fahrradladen in der Dinslakener Altstadt betreibt. Für ihn gibt es das früher mal typische Weihnachtsgeschäft nicht mehr. "Es werden noch vereinzelt Räder für Kinder gekauft und der ein oder andere stellt auch ein E-Bike unter den Tannenbaum", verrät der 44-jährige Einzelhändler. Er vermutet, dass die Schenkenden bei Kindern mittlerweile vermehrt auf Spielzeuge oder Elektronik setzen. Dafür hat er einen Tipp für seine Kunden. Die sollten am besten jetzt schon den Frühjahrscheck für ihre Zweiräder machen lassen. "Wenn das Wetter wieder schön wird kommen alle und dann gibt es oft Wartezeiten. Wer jetzt sein Rad überprüfen lässt, kann im Frühling sofort losradeln", sagt er.

Foto: Martin Büttner

"Ich habe das Weihnachtsgeschäft schon besser erlebt. Das höre ich aber auch von den Großhändlern", sagt Sven Bartz, Geschäftsführer des Spielwarenladens Haus des Kindes (früher Bellenhaus). "Ich bin trotzdem nicht unzufrieden." Das liegt auch am Renner der Saison, dem Kugelbahn-Spielzeug "GraviTrax" von der Firma Ravensburger. "Das war rasend schnell ausverkauft. Ich glaube, die Firma hat selbst nicht mit diesem Erfolg gerechnet", sagt Sven Bartz. "Mir wurde zugesagt, dass ich in den Tagen vor Weihnachten noch mal welche rein bekomme und ich hoffe, ich muss meine Kunde da nicht enttäuschen", sagt der Spielwarenhändler.

Mit einer Neueröffnung ist man beim Bekleidungsgeschäft Fischedick in die Adventszeit gestartet. Seit Mittwoch ruhen die Geschäfte in den Händen von Geschäftsinhaber Tobias Kierdorf und Geschäftsleiter Alfred Krasemann. "Wir haben am Mittwoch neu geöffnet und bieten derzeit 50 Prozent Rabatt. Von daher haben wir kein typisches Weihnachtsgeschäft", sagt Alfred Krasemann. "Trotzdem sind wir bisher sehr zufrieden." Im Laden sind einige Kunden unterwegs und gerade das kalte Winterwetter mit Schnee draußen führt dazu, dass die Kunden gerne den Eröffnungsrabatt nutzen. "Gerade Jacken und warme Accessoires wie Mützen, Schals und Handschuhe sind besonders gefragt", sagt Krasemann. Die Stammkunden von Fischedick werden das Bekleidungsgeschäft auch in Zukunft noch wiedererkennen. "Wir wollen das Haus ganz im Sinne von Georg Fischedick weiterführen", erklärt Alfred Krasemann. Es wird einige punktuelle Änderungen im Sortiment geben und im Februar soll der Laden etwas modernisiert werden. "Die bisherigen Kunden sollen sich aber trotzdem weiterhin Zuhause fühlen", sagt Alfred Krasemann.

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Apropos Kunden: Haben die schon alle Geschenke beisammen? "Ich habe gerade die wichtigsten Geschenke gekauft und sicher im Auto verstaut", sagt Michael Ahls. "Ich bin jetzt schon etwas erleichtert. Es ist ja doch ein gewisser Druck mit dem Geschenkkauf zu Weihnachten", sagt der 60-Jährige. Daher hat er die wichtigsten Dinge auch frühzeitig besorgt. Ansonsten gefällt es ihm sehr gut, dass die Menschen in der Dinslakener Innenstadt dem Winterwetter etwas trotzen. "Ich finde es schön, dass es wieder einen Weihnachtsmarkt in der Stadt gibt", sagt er.

Auch der 66-Jährige Jürgen Blasius hat schon Präsente besorgt. "Ich habe schon etwa 60-70 Prozent der Weihnachtsgeschenke zusammen", erzählt er. "Seit ich Rentner bin, nehme ich mir dafür mehr Zeit." Er verschenkt Bücher, Langspielplatten und Gutscheine zum Fest. "Je nach Bedarf", erklärt er. Stress gibt es da vor dem Fest nicht bei ihm. "Ich habe keine Bedenken, dass ich alle Geschenke rechtzeitig zusammenbekomme", sagt der 66-Jährige.

(RP)
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