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Dinslaken: Auch für Euthanasieopfer

Dinslaken : Auch für Euthanasieopfer

Als der Kölner Künstler Gunter Demnig vor vier Wochen in Dinslaken die ersten 19 Stolpersteine zum Gedenken an von Nazis ermordete Juden verlegen wollte, machte ihm die Eiseskälte einen Strich durch die Rechnung.

Nur drei Steine konnte er in den gefrorenen Boden einzementieren. Weitere 16 folgten gestern. Diesmal griff nicht der Künstler zur Kelle. Die Männer vom DIN-Service übernahmen die Aufgabe, begleitet von Anne Prior, Vorsitzende des Vereins "Stolpersteine für Dinslaken" und Jürgen Leipner vom Christlich-Jüdischen Ausschuss des Evangelischen Kirchenkreises.

Vor dem Haus Neustraße 35 erinnern nun fünf Stolpersteine an Rosalie, Bertha, Johanna, Max und Hugo Moses. Vor dem Gebäude Neustraße 40 sind auf den Messingplatten der Gedenksteine die Namen von Amanda, Josef, Sofie, Margarete, Erna und Walter Jacob zu lesen.

Vor dem Haus Luisenstraße 120 wurden Steine für Leopold, Rosalie, Wolfgang und Margot Jakobi verlegt. Hinzu kommt ein Stein für Martha Höcker vor dem Haus Neustraße 21, die als Patientin von Bedburg-Hau 1940 in die Tötungsanstalt Grafeneck verlegt und ermordet wurde. Sie ist das erste Euthanasieopfer, für die der Verein einen Stein legen ließ.

(RP)