Voerde: Arbeitsschiff kann sogar Eis brechen

Voerde : Arbeitsschiff kann sogar Eis brechen

Die MS "Friedrichsfeld" wurde gestern getauft. Das Arbeits- und Aufsichtsschiff des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Duisburg-Meiderich wird künftig auf dem Wesel-Datteln-Kanal unterwegs sein.

Einmal mit Schmackes ausgeholt und wenige Sekunden später zerschellt die Flasche am Bug der MS "Friedrichsfeld". Taufpatin Dorothe Schmitz hat ganze Arbeit geleistet. Dass das Glas gleich beim ersten Versuch zu Bruch geht, sei ein "gutes Omen", bestätigt Volker Schlüter, der kommissarische Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Duisburg-Meiderich, dessen Außenbezirk Friedrichsfeld nun ein neues Arbeits- und Aufsichtsschiff sein Eigen nennt, das fortan auf dem Wesel-Datteln-Kanal unterwegs ist.

Es ersetzt das alte, das mit mehr als einem halben Jahrhundert "auf dem Bug" - 24 Jahre davon dort im Einsatz - jetzt ausgedient hat. Schlüter erinnerte an die andere Stimmung, die er vor fast zehn Jahren erlebte, als er zum ersten Mal nach Friedrichsfeld zur Außenstelle gekommen war. Damals hatte es die Überlegung gegeben, den Standort zu schließen und die Aufgaben von Dorsten aus zu erledigen. Die Neuanschaffung des Schiffes wertete Schlüter als "Bestätigung" für den Außenbezirk Friedrichsfeld und die dort Beschäftigten.

Gebaut wurde es in der Schiffswerft Barthel in Derben an der Elbe, die gestern durch ihren Geschäftsführer Hermann Barthel vertreten war. Mitte Juni 2016 war der Auftrag erteilt worden, die Fertigstellung erfolgte am 26. Februar 2018, wobei die MS "Friedrichsfeld" eines von fünf in Auftrag gegebenen Wasserfahrzeugen ist. 902.000 Euro waren ursprünglich kalkuliert worden, mit rund 866.977 Euro liegen die tatsächlichen Kosten um einiges darunter.

Das neue, 15,60 Meter lange und 4,80 Meter breite Aufsichts- und Arbeitsschiff für eine zweiköpfige Besatzung hat vielfältige Aufgaben: Es kommt bei Notfällen, zur Verkehrssicherung bei Havarien, zur Bergung von Hindernissen, zur Kontrolle und Überwachung der Wende- und Liegestellen und Häfen und bei vielem mehr zum Einsatz. Und mit der MS "Friedrichsfeld" lässt sich auch Eis auf dem Kanal brechen.

Als Vertreterin der Stadt Voerde unterstrich die stellvertretende Bürgermeisterin Ulrike Schwarz gestern bei der Schiffstaufe die Wichtigkeit der Außenstelle Friedrichsfeld der WSA Duisburg-Meiderich und ihrer Mitarbeiter für die "Sicherheit und Gefahrenabwehr" auf dem Wesel-Datteln-Kanal.

Anlässlich der gestrigen Schiffstaufe sprachen auch der katholische Pastor Wilhelm Kolks und der evangelische Pfarrer Gisbert Meier. Im Anschluss segnete Wilhelm Kolks die MS "Friedrichsfeld", indem er das Schiff mit Weihwasser besprengte, und wünschte "allzeit gute Fahrt".

Nach der darauffolgenden "weltlichen" Taufe mit Sekt stach das Schiff mit einigen Gästen zu einer kleinen Probefahrt "in See".

(P.K.)
Mehr von RP ONLINE