Arbeiten im Innern der Dinslakener Kathrin-Türks-Halle und an der Fassade schreiten voran

Kampfmittelräumdienst kommt : Stadthalle bald ganz ohne Kupferfassade

Die Sanierungs- und Bauarbeiten im Innern der Kathrin-Türks-Halle und an der Fassade schreiten voran. In der kommenden Woche kommt der Kampfmittelräumdienst, um zu prüfen, ob dort im Boden noch Kriegsrelikte liegen.

Für den geplanten neuen Multifunktionsraum der Stadthalle, der an der Ecke zur gegenüberliegenden Kutscherstube entstehen soll und auf dessen Dach die Anlage einer Terrasse vorgesehen ist, wird in der kommenden Woche der Oberboden abgeschoben. Dort soll eine Baugrube ausgehoben werden. Zudem wird in diesem Bereich ein neuer Zugang zum Untergeschoss der Stadthalle angelegt. Vorher überprüft der Kampfmittelräumdienst, ob im Erdreich noch explosive Weltkriegsmunition zu finden ist, berichtete Walburga Wüster, Geschäftsführerin der ProZent GmbH. Diese kommunale Gesellschaft wurde von der Stadt Dinslaken mit der Sanierung und baulichen Erweiterung der Stadthalle beauftragt.

„Es passiert viel in der Halle, was man von außen nicht sieht“, sagte Walburga Wüster bei einem Ortstermin am Donnerstag auf der Großbaustelle im Stadtpark. Die Anlage der Baugrube erfordert es, dass das Baufeld erweitert werden muss. Dies hat zur Folge, dass der Durchgang zwischen Stadthalle, Rathaus und Ententeich für vier Wochen komplett gesperrt werden muss. Auch danach wird es des öfteren zeitweise Sperrungen geben, an Wochenenden soll der Weg allerdings passierbar sein.

Nach den Planungen sollen die Teile der Kupferfassade des Stadthallengebäudes bis Ende des Monats abmontiert sein. Anfang Juni wird dann auf dem Baustellengelände ein Kran aufgestellt. Von innen und außen müssen Teile des Gebäudekomplexes einer Betonsanierung unterzogen werden. Im Herbst wird mit dem Anbringen der neue Fassadenverkleidung begonnen. Dabei handelt es sich um farblich beschichtete Aluminium-Bleche, wie Jutta Günzler, Architektin vom Büro Blocher Partners, sagte. Aufgegeben wurde der Plan, die Stadthalle mit einer Photovoltaik-Fassade auszustatten, da sich dies nach den Worten von Walburga Wüster als „unwirtschaftlich“ herausgestellt habe.

Einiges wird sich im Innern des Hallengebäudes ändern, da neue Nutzungen vorgesehen sind. So wird beispielsweise der Kegelbahn-Bereich den neuen Garderobentrakt beherbergen. Auch soll es eine neue zentrale Toilettenanlage geben. Zudem wird die vorhandene Treppenanlage erweitert und nach unten zum Garderobentrakt geführt

Der Saal der Stadthalle soll künftig 500 bis 550 Besuchern Platz bieten, die genaue Anzahl hängt von der Bestuhlung ab, die gewählt wird. Die Hallendecke wird mit einem matten Metall verkleidet, soll dunkel sein und dadurch optisch verschwinden. In die Decke werden Lüftung, Beleuchtung und Bühnentechnik integriert. Die Hauptgestaltung des Saals erfolgt durch die Wände, für die eine Holzvertäfelung vorgesehen ist. Bei der Akustik musste ein Kompromiss zwischen den Anfordertungen des Sprech- und des Musiktheaters gefunden werden, wie ProZent-Geschäftsführerin Walburga Wüster weiter erläuterte. Der Saal wurde so ausgelegt, dass dort nicht nur Theateraufführungen oder Konzerte stattfinden können, sondern auch andere Veranstaltungen, beispielsweise Karnevalssitzungen. Das frühere Stadthallenrestaurant wird ersetzt durch einen Mehrzweckraum. Weiterhin geplant ist eine Cateringküche.

Architektin Jutta Günzler und Walburga Wüster (links) erläutern den Stand der Arbeiten und die weiteren Planungen für die Stadthalle. Foto: Heinz Schild

Im früheren Zeemann-Ladenlokal an der Duisburger Straße wird ein Baubüro für die Stadthalle eingerichtet, in dem auch über die dortigen Arbeiten informiert werden soll. Gedacht ist an die Einführung einer Bürgersprechstunde im Sommer und die Ausstellung von Bildern zur allgemeinen Information.

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