Antrag auf Vertreibung der Wölfin in Hünxe liegt beim Kreis vor

Nach erneuten Schafsrissen : Antrag auf Vertreibung der Wölfin liegt beim Kreis vor

Die Schäfer haben ernst gemacht. Sie fordern jetzt auch formell die Vertreibung der Wölfin vom Niederrhein.

Nach dem erneuten Riss eines Schafes in Hünxe durch einen Wolf, ist der Geduldsfaden bei den Schäfern gerissen. Wie berichtet, hatte Schäfer Kurt Opriel angekündigt, einen Antrag auf Verbrämung zu stellen. Dieser Antrag ist de facto nichts Anderes als die Forderung, eine Ausnahme vom Naturschutzgesetz zu erwirken. Dieses Gesetz schützt den Wolf nämlich nicht nur vor der Tötung, sondern auch vor der Vertreibung. Das genau nämlich ist mit Verbrämung gemeint.

Ein Schreiben, in dem Kurt Opriel um die Vertreibung bittet, ist am Dienstag eingegangen, berichtet Peter Schütz, Sprecher des Umweltministeriums. Die entsprechende E-Mail war an den Landrat gerichtet. Denn zuständig ist  in diesem Fall die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Wesel.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) prüfe in Abstimmung mit der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) und gebe eine Bewertung zu den aktuellen Schafrissen ab. „Erst, wenn ein wiederholtes Überwinden des empfohlenen Herdenschutzes in einem engen zeitlichen Zusammenhang bestätigt wird, wird die Untere Naturschutzbehörde die Möglichkeit einer Ausnahmegenehmigung prüfen können“,  teilte Kreissprecherin Eva Richard auf Anfrage unserer Redaktion mit. Dabei werde trotz ihrer originären Zuständigkeit angesichts der Tragweite des Themas eine enge Abstimmung mit den vorgesetzten Behörden sowie dem Lanuv erfolgen. „Wann die Prüfung starten kann und wann eine Entscheidung getroffen sein wird, ist derzeit reine Spekulation“, hieß es.

Das NRW-Umweltministerium hat mehrfach erläutert, dass ein Wolf dann als problematisch bezeichnet wird, wenn er den empfohlenen Herdenschutz mehrfach in räumlich und zeitlich engem Zusammenhang überwindet. Als empfohlener Herdenschutz gilt zum Beispiel ein spezieller Elektrozaun mit mindestens 2500 Volt.

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