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Voerde: Anlieger fürchten weitere Belastung

Voerde : Anlieger fürchten weitere Belastung

Viele Anwohner der Straße Schmaler Weg sind dagegen, dass dort eine Unterkunft für Asylbewerber entsteht. Denn ein städtisches Grundstücke könnte mit einem Wohnhaus für 33 Menschen bebaut werden.

Am Schmalen Weg in Friedrichsfeld, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs und der Moschee, liegt ein unbebautes Areal, das als Standort für eine Asylbewerberunterkunft im Gespräch ist. Dagegen hat sich längst Widerstand formiert. Anwohner der Straßen Schmaler Weg, Bülowstraße und Löfflerstraße haben sich zusammengetan und Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. Auch in der gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses waren betroffene Anwohner als Zuhörer vertreten, ein Senior wetterte in der Einwohnerfragestunde gegen die Pläne, sah eine zusätzliche Belastung auf die Anlieger zukommen.

Voerdes 1. Beigeordneter Wilfried Limke stellte klar, dass für das Areal ein gültiger Bebauungsplan existiert und ein Wohnhaus errichtet werden kann. Die Kommune könne dies von dem Investor anmieten und dort dann Asylbegehrende unterbringen.

Für das städtische Grundstück am Schmalen Weg gibt es bereits eine Interessentengruppe, die es erwerben und bebauen will. Auf dem Areal könnte ein Haus mit sieben Wohneinheiten errichtet werden, die gesamte Wohnfläche würde bei etwa 450 Quadratmetern liegen. Auf Grundlage der gegenwärtigen Überlegungen ließen sich dort zwei Wohnungen mit jeweils 50 Quadratmetern für jeweils vier Personen sowie fünf Wohnungen mit je 70 Quadratmetern für jeweils fünf Personen errichten. Dadurch könnte dringend benötigter Wohnraum für 33 Flüchtlinge geschaffen werden, wie die Verwaltungsvorlage ausweist.

Die Anlieger aus der Umgebung, die dagegen sind, dass dort Asylbewerberunterkünfte entstehen, haben deshalb einen Brief an die Stadt Voerde geschrieben und Listen mit 178 Unterschriften beigefügt. In diesem Schreiben legen sie ihre ablehnende Haltung dar. So weisen sie auf die nahe gelegene Betuwe-Linie und die damit verbundenen Belastungen hin, auch klagen sie über Lärmbelästigungen durch die türkische Gemeinde. Zudem weisen sie darauf hin, dass der Schmale Weg fast täglich durch Bahnbenutzer, die ihre Wagen dort abstellen und dann mit dem Zug weiterfahren, zugeparkt ist.

Durch den Bau einer Asylbewerberunterkunft befürchten sie eine weitere Wertminderung ihrer Häuser und Wohnungen. Die Belastung der Anwohner sei schon so hoch, dass sie nicht noch durch ein Mehrfamilienhaus für Asylbewerber gesteigert werden sollte, heißt es in dem Schreiben weiter. Angeregt wird vielmehr, die freie kommunale Fläche zu nutzen, um dort zusätzlichen Parkraum zu schaffen.

Der Ausschuss verwies den Brief der Anwohner an der Rat. Das Kommunalparlament wird daher in seiner nächsten Sitzung, die am kommenden Dienstag, 17. Dezember, Beginn 17 Uhr, stattfindet, mit dieser Thematik befassen.

(RP)