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Voerde: Aluminium und Energieprobleme

Voerde : Aluminium und Energieprobleme

Die Herstellung von Aluminium ist ein Prozess, der sehr viel Strom erfordert. Das konnten auch die Lehrervon 13 Schulen erfahren, die dem Vortrag von Dr. Hartmut Rossel, Geschäftsleiter der Corus Aluminium Voerde lauschten.

Mit dem Thema Aluminium befassten sich gestern die Lehrer von 13 Schulen intensiv – und das einen ganzen Tag lang. Am Vormittag stand ein Vortrag von Professorin Dr. Karin Sommer von der Bochumer Ruhr-Universität auf dem Programm, die den Lehrkräften Anregung zur Umsetzung des Themas im Unterricht gab. Danach durften die Lehrer unter der Leitung von Professor Dr. Peter Pfeifer von der Universität Erlangen-Nürnberg einige praktische Experimente rund um das Aluminium durchführen. „Die Lehrer waren da schon richtig aktiv“, sagte Dr. Karin Sommer.

Für den Nachmittag war dann ein Besuch der Corus Aluminium Voerde organisiert. Neben einer Führung durch das Werk gab es hier einen Vortrag des Geschäftsführers Dr. Hartmut Rossel zur Einleitung in das Thema Aluminiumproduktion. „Man kann nur mit Mühe und Not überleben“, kommentiert der Geschäftsleiter die Situation der Aluminiumproduzenten in Deutschland. Von ehemals neun Aluminium produzierenden Hütten sind heute nur noch vier in Betrieb. Laut Dr. Hartmut Rossel liegt das Problem vor allem bei den Energiekosten. Denn die Aluminiumproduktion braucht vor allem eins: Strom. Die Energiekosten machen bei Corus etwa 42 Prozent der gesamten Produktionskosten aus. Das beschert dem Unternehmen eine stattliche Stromrechnung von 60 Millionen Euro. Das Werk verbraucht etwa so viel Strom, wie 375 000 normale Haushalte. Ein nahezu unfassbarer Bedarf an Elektrizität, der vor allem durch die Elektrolyse bedingt ist, das Verfahren, mit dem man aus so genannter Tonerde schließlich Aluminium herstellt. „Wie Sie sehen, haben wir also genug Gründe, uns um eine energieeffiziente Produktion zu bemühen“, so Dr. Hartmut Rossel.

Und die Energiekosten sind in Deutschland besonders hoch. Im Vergleich zu anderen Ländern muss man für die Energie aus der Stromleitung teilweise dreimal so viel Geld bezahlen. Daraus ergeben sich natürlich Nachteile im internationalen Wettbewerb, die ein Überleben der Unternehmen erschweren. So kommt es auch dazu, dass trotz steigender Nachfrage nach Aluminium in Deutschland und weltweit, die Aluminiumproduktion in Deutschland stagniert. Mit einem Anteil von 38 Prozent bei der Produktion und Verarbeitung von Aluminium ist Deutschland allerdings noch immer europäischer Marktführer in diesem Bereich. „Wenn das Aluminium nicht hier hergestellt wird, dann eben woanders“, warnte allerdings Dr. Hartmut Rossel.

Nach dem Vortrag gab es noch eine kleine Diskussion über den hohen Energieverbrauch des Werkes. Diesen kann man aber auch nicht senken, weil das nötige Geld für Investitionen in neuere Technik fehlt.

(RP)