Alternativstandort für das Hiesfelder Freibad: Dinamare

Dinslakener Stadtrat entscheidet : Alternativstandort fürs Freibad: Dinamare

Die Stadtwerke haben zehn Grundstücke geprüft, sechs fielen planungsrechtlich raus, vier blieben über. Die Entscheidung fiel auf das Areal des Stadtwerkebades. Der bestehende Standort Hiefeld soll zum Freizeitpark werden.

Nachdem die geplante Sanierung des Freibades Hiesfeld aus Sicht der Stadtwerke Dinslaken als Betreiberin des Bades keinen Sinn macht, weil dort die Kosten zu hoch sind, wurden alternative Standorte im Stadtgebiet unter die Lupe genommen. Von zehn Grundstücken, welche die erforderliche Mindestgröße von drei Hektar aufwiesen, fielen sechs raus, weil das Vorhaben dort aufgrund des Baurechts nicht verwirklicht werden könnte. Vier Areale blieben übrig, die näher untersucht wurden. Es handelt sich um ein Grundstück in Barmingholten, nördlich der Brinkstraße; eines in Oberlohberg, westlich der Kirchstraße; das Trabrennbahngelände und das Gelände des Stadtwerkebades Dinamare. Letztlich fiel die Entscheidung auf das Dinamare als „optimalen Standort“, wie Stadtwerkegeschäftsführer Josef Kremer, Bürgermeister Michael Heidinger und Dinbad-Geschäftsführer Michael Hörsken berichteten.

Über das Ergebnis der Untersuchung der Standortalternativen sollte am Montag auch der Freibadverein informiert werden. An dem vorgeschlagenen Termin habe jedoch kein Vereinsvertreter teilgenommen, wie Kremer und Heidinger bedauerten. Der Verein will nach eigener Aussage noch ein Angebot vorlegen, nach dem das Hiesfelder Freibad für 1,9 bis 2,5 Millionen Euro saniert werden kann. Dazu hat der Verein noch bis zur Ratssitzung, die am 2. Juli stattfindet, Gelegenheit. Michael Heidinger und Josef Kremer hoffen, dass das Konzept bald vorgelegt wird, damit es von den Stadtwerken geprüft und eine Stellungsnahme dazu abgegeben werden kann.

Erläuterten die Überlegungen: Stadtwerke-Geschäftsführer (v.l.) Josef Kremer, Michael Hörsken (Dinbad GmbH) und Bürgermeister Michael Heidinger. Foto: Heinz Schild

Bei ihrer Untersuchung der vier Alternativstandorte wurden die jeweils anfallenden Mehrkosten zu den vier Millionen Euro für das Mehrzweckbecken berechnet. Neben den Kosten für notwendigen Grunderwerb ging es beispielsweise auch um Ausgaben für Anschlüsse an Versorgungsnetze, Parkplätze und Personal. Die ermittelten Mehrkosten liegen für Barmingholten bei 13,5 Millionen Euro, für Oberlohberg bei 14,7 Millionen und für das Trabrennbahnareal bei 15,5 Millionen Euro. Für den Standort Dinamare gibt es diese Mehrkosten nicht. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten fällt das Ergebnis der Prüfung deshalb eindeutig für das Dinamare aus.

„Wird das Hiesfelder Freibad aufgegeben, könnte am dortigen Standort ein Freizeitpark entwickelt werden“, wie Bürgermeister Michael Heidinger sagte. Dies soll dann unter Einbeziehung der dort ansässigen Vereine geschehen. Das wird ein attraktive Geschichte“, ist sich der Dinslakener Verwaltungschef sicher.

Das letzte Wort in Sachen Freibad hat der Dinslakener Stadtrat. Er kann auch die Entscheidung fällen, dass der Standort Hiesfeld für bislang geschätzte 7,5 Millionen Euro saniert wird. Das hält Stadtwerk-Geschäftsführer Josef Kremer aber nicht für ratsam, da dort das „wirtschaftliche Risiko des Untergangs“ bestehe, da eine neue Anlage laut vorliegendem Gutachten keine 30 Jahre halte, also auch nicht über diesen Zeitraum hinweg abgeschrieben werden könne. Dadurch würden die Erträge der Stadtwerke geschmälert, sie könnten weniger Gewinne an die Stadt Dinslaken ausschütten. Eine deutlich niedrigere Ausschüttung bedeutet nach den Worten von Stadtkämmerer Thomas Palotz in letzter Konsequenz, dass der „Erhalt der kommunalen Selbstverwaltung“ gefährdet sei, wenn der Kommune das Geld fehle.

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