Dinslaken: Alkoholprävention auf dem Schulweg

Dinslaken : Alkoholprävention auf dem Schulweg

Ein Schulbus der Verkehrsbetriebe NIAG ist nun Teil der Kampagne "klar is cool". Der "Runde Tisch kommunale Jugendalkoholprävention Dinslaken" will damit Schüler sensibilisieren.

Gewiss, eine Flasche Champagner oder Sekt hätte sich nicht geeignet, um den Schulbus mit einem lauten Korkenknallen zu taufen. Aber so standen Vertreter der Stadt, Politik, der Verkehrsgemeinschaft NIAG und weiterer Verbände etwas hilflos mit dem Plastikbecher Wasser herum und überlegten, wie man eigentlich einen Schulbus einweiht. Letztlich einigten sich die rund 20 Frauen und Männer auf Vorschlag von Johannes Hansen, dem Beauftragten der Stadt Dinslaken für Jugendschutz, einfach mit dem klaren Wasser anzustoßen und so den Startschuss für das Projekt zu geben.

Mit dem Schulbus, der nun mehr oder minder getauft wurde, sollen Jugendliche bereits auf dem Schulweg für einen verantwortlichen Umgang mit Alkohol sensibilisiert werden. Der Bus der Verkehrsgemeinschaft NIAG wurde eigens dafür mit Werbebotschaften — kostenlos entworfen vom Dinslakener Grafiker jens Müller — umgestaltet. Er ist nun Teil der Kampagne "klar is cool", initiiert 2009 durch den Runden Tisch Kommunale Jugendalkoholprävention Dinslaken. Dem Runden Tisch gehören etliche Verbände, Ehrenamtliche und Politiker an, beispielsweise auch die Drogenberatung des Diakonischen Werkes.

Martina Paduch von der Drogenberatung erklärte bei der Vorstellung des Busses den Sinngehalt der Aktion: "Es geht nicht darum Alkohol grundsätzlich zu verteufeln, sondern Jugendlichen einen verantwortungsbewussten Umgang damit aufzuzeigen." Es müsse dem Alkoholkonsum in frühen Jahren entgegengewirkt werden. Durch die Kampagne "klar is cool" und den dazugehörigen Bus will der Runde Tisch Aufmerksamkeit bei Schülern erregen.

Auch Bürgermeister Dr. Michael Heidinger lobte bei der Bustaufe das "Modellprojekt". Es zeige, dass in Dinslaken Menschen lebten, die den Blick für das gesellschaftlich Notwendige hätten. Auch die NIAG übernehme mit dem Einverständnis zur Aktion Verantwortung in der Gesellschaft. Der Rathauschef lobte den Runden Tisch insgesamt: "Dort wird tolle Arbeit geleistet, und es entstehen großartige Ideen wie diese."

Kreisdirektor Ralf Berensmeier wünschte sich, dass Dinslaken mit seinen präventiven Maßnahmen als Vorbild für weitere Städte im Kreis Wesel gelten könnte. Das Problem sei, dass es gesellschaftlich vorgegeben sei, Alkohol zu trinken.

"Bei Jugendlichen entsteht der Eindruck, dass Alkohol zum Erwachsenwerden dazugehört. Das ist ein ganz massives Risiko", führte Berensmeier aus. Gerade bei den bekannten "Alkoholexzessen" am Tanz in den Mai, Karneval oder bei Feierlichkeiten zum Abitur solle mehr Sensibilität bei Jugendlichen einkehren.

Nachdem Gäste und Verantwortliche des Projekts mit Mineralwasser auf den Bus angestoßen hatten, fuhr er los zu den weiterführenden Schulen in Dinslaken.

(her)