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Alex Paul gewinnt den Poetry Slam im Dachstudio

Dinslaken : Alex Paul gewinnt den Poetry Slam im Dachstudio

„Ich bin so alt“, verkündete der 23-jährige Alex Paul beim Poetry Slam im Dachstudio der Stadtbibliothek. „Zu meiner Zeit hieß Hashtag noch Raute und Biene Maja war gezeichnet und nicht in 3D auf der Leinwand.“ Einigen Menschen im Publikum ging es offenbar ähnlich, lachend stimmten sie seinen Bemerkungen zu.

Der ein oder andere nickte. „Außerdem kann ich noch die Lieder von Tokio Hotel mitsingen“, fuhr der Philosophiestudent aus Paderborn fort. Der spätere Gewinner des Abends präsentierte auch sehr persönliche Texte. Gerade die Mischung aus heiteren und ernsthaften Zeilen kam gut an. „Bleib nicht einfach nur liegen, du musst dich deinen Problemen stellen“, forderte er das Publikum – und vielleicht auch sich selbst – auf.

Tobias Reinartz führte zum achten Mal durch den Slam im Dachstudio, bei dem sechs Poetinnen und Poeten ihre selbst geschriebenen Texte präsentierten. Den Sieger bestimmte das Publikum. „Wo möchtest Du wirklich zuhause sein?“, fragte Schülern Lisa, die ihren ersten Auftritt auf einer Slam-Bühne hatte, das Publikum. „Ich finde, im Leben geht es darum, etwas zu wagen“, sagte die spätere Zweitplatzierte. Zudem strebe sie „nach immer neuen Erlebnissen.“ Slammer Böv Ken richtete einen Appell an das Publikum. „Lasst uns nie aufhören, Neues auszuprobieren.“

Alex Paul erzählte nach seinem Auftritt, dass er seine Texte zunächst auf Lesebühnen in kleinen Kneipen vorgetragen habe, seit eineinhalb Jahren nehme er an Poetry Slams teil. „Es macht Spaß, anderen die eigenen Kreationen vorzustellen“, sagte er. Besonders schön sei es, wenn seine Texte das Publikum emotional treffen. „Einmal hat jemand im Publikum angefangen zu weinen, das hat mich sehr berührt.“

(cor)