Dinslaken: Ärger im Hiesfelder Freibadverein

Dinslaken : Ärger im Hiesfelder Freibadverein

Am 21. November diskutiert die Politik das Bäderkonzept: Darin geht es auch um eine Erweiterung des DINamare.

Iris Obecny gibt auf. Die Vorsitzende des Freibadvereins Hiesfeld wird bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstag, 24. November, ihr Amt zur Verfügung stellen. Auch der Schriftführer will gehen. Der Grund ist noch nicht einmal, dass der Freibadverein Hiesfeld derzeit ohne Freibad dasteht. Sondern es geht um Anfeindungen aus den Reihen der Vereinsmitglieder, so Iris Obecny.

Als die Stadtwerke als neue Pächterin des Freibades im Januar die Erhöhung der Eintrittspreise ankündigten, schlug das beim Freibadverein hohe Wellen. Es gab Proteste, eine außerordentlichen Mitgliederversammlung im März. Doch es kam noch dicker. Kurz bevor das Bad im Mai eröffnen sollte, kam die Hiobsbotschaft: Das Freibad bleibt geschlossen, mindestens in diesem Jahr, vermutlich bis 2019. Die Filteranlage ist marode und nicht mehr standsicher.

Iris Obecny, die erst im November vergangenen Jahres das Amt als Vereinsvorsitzende übernommen hatte, fühlt sich vom Verein "sehr allein gelassen" und zu Unrecht für die Entwicklung verantwortlich gemacht. "Ich wurde beschimpft und als unfähig bezeichnet", sagt sie. So schlimm sei die Situation gewesen, dass sie sich im Sommer nicht einmal mehr auf den Markt getraut habe. "Dabei habe ich das doch nicht zu verantworten", sagt sie. Dass die Stadtwerke irgendwann das Bad übernehmen und dass die Filteranlage irgendwann in die Knie gehe würde, das sei doch abzusehen gewesen.

50 Mitglieder hätten den Verein seit März verlassen, auch dafür sei sie verantwortlich gemacht worden. Dem Verein will sie treu bleiben - denn der Freibadverein ohne Bad, das sei nur eine "Durststrecke". Iris Obecny ist "sicher, dass Hiesfeld ein Bad haben wird." Ob das nun ein Naturbad sein wird oder ein konventionelles?

Darüber wird die Politik entscheiden. Ein entsprechendes Bäderkonzept soll erstmals dem Sportausschuss am Montag, 21. November, vorgelegt werden. In dem über 100 Seiten starken Werk werden mehrere Varianten durchgespielt: Die Revitalisierung des Freibades Hiesfeld als konventionelles oder als Naturbad mit einer 50-Meter-Bahn, außerdem sind die Schließung des maroden Lehrschwimmbeckens an der Bismarckstraße und dessen Umbau zu einer Sporthalle und der Ausbau des Dinamare um ein Lehrschwimmbecken Thema.

Ein Naturschwimmbad könnte, diese Überlegung gibt es, von einem Verein betrieben werden - ähnlich wie in Hünxe. Dass das der Freibadverein stemmen könnte, bezweifelt Iris Obecny. "Dann müssten die Mitgliedbeiträge erheblich steigen", sagt sie und rechnet die Kosten für die Reinigung - allein 7000 Euro jährlich - gegen die Einnahmen auf. Der Verein habe etwa 320 Mitglieder, der Jahresbeitrag liegt bei 10 Euro.

Dafür hatte sich bereits im Sommer schon der TV Jahn Hiesfeld als Betreiber eines Naturbades ins Spiel gebracht. Der Vorsitzende Dietrich Hülsemann wiederholte das Angebot gestern: "Wir stehen Gewehr bei Fuß."

(aha)
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