Dinslaken: Abzocker knöpfen sich verstärkt Senioren vor

Dinslaken : Abzocker knöpfen sich verstärkt Senioren vor

Verbraucherzentrale musste im vergangenen Jahr zunehmend älteren Bürgern helfen wegen Kaffeefahrten und angeblicher Gewinne. Telefon- und Internetbetrug bleiben Dauerbrenner.

Ob dubiose Mahnschreiben kursierten, dreiste Firmen via Telefon Abos für Gewinnspiel-Teilnahmen unterschoben oder Trojaner im Internet unbemerkt ihre Fänge auslegten: Die Verbraucherzentrale Dinslaken war 2012 für 6531 Ratsuchende eine gefragte Ansprechpartnerin bei aktuellen Verbraucherproblemen. "Wie in der Vergangenheit gehörten Telefon und Internet zu den häufigsten Verbraucherproblemen", erklärt die Leiterin der Dinslakener Verbraucherzentrale, Ulrike Grabowski.

Die Sparte Telefon und Internet liegt im Jahresbericht der Verbraucherzentrale als Dauerbrenner gemeinsam mit den allgemeinen Dienstleistungen mit 18 Prozent an der Spitze. Danach folgen mit jeweils 16 Prozent Verbraucherprobleme bei Finanzen und Konsumgüter, zehn Prozent nehmen Fragen zur Energie ein. "Zu den 6531 Anfragen von Ratsuchenden kommen 1027 Veranstaltungskontakte und 4652 Internetzugriffe auf der Startseite unserer Beratungsstelle. Die Zugriffe im Internet waren ein deutliches Plus", berichtet Grabowski, die im Jahr 2012 besonders älteren Menschen helfen musste.

Mit Versprechen von Geldgewinnen, Geschenken, gutem Essen und Geselligkeit vor Ort wurden Dinslakener zur Teilnahme an Tagestouren gelockt. Doch hinter der preiswerten Fahrt ins Grüne verbarg sich dann vielfach eine als Kaffeefahrt getarnte Verkaufstour, bei der meist minderwertige Waren wie Gesundheitspräparate oder Küchengeräte zu überteuerten Preisen verkauft wurden. "Selbst wenn Überrumpelte den Vertrag fristgerecht widerrufen, ist das auf der Veranstaltung gezahlte Geld oft weg, weil Anbieter in den Unterlagen lediglich eine Postfachadresse oder einen Firmensitz im Ausland angegeben haben", erläutert Grabowski. Nach Ansicht der Verbraucherschützerin ist eine Eindämmung der Abzocke nur durch eine Gesetzesänderung möglich.

Weitere Trends: betrügerische Zahlungsaufforderungen per E-Mail; Verbraucher haben Fragen zu Energieanbietern; immer mehr so genannte Phishing-Mails (Ausspähen von Kontodaten) tauchen auf.

2012 organisierte die Verbraucherzentrale mit einer Anpassung an eine einheitliche Systematik der EU die Erfassung von Anfragen neu. Während bislang "Kontakte" mit Ratsuchenden gezählt wurden, werden Anfragen nun themenspezifisch nach Grund, Anbieter und Wert der Beschwerde erfasst. Durch diese Systematik sind die Zahlen 2012 mit denen der Vorjahre nicht vergleichbar.

Der Jahresbericht der Verbraucherzentrale liegt in der Beratungsstelle aus und steht im Internet: www.vz-nrw.de/dinslaken

(RP)
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