7500 Kilometer für den guten Zweck

Charity-Rallye : 7500 Kilometer für den guten Zweck

Kein GPS oder Navi erlaubt: Das Trio Gerd und Arnd Brückerhoff sowie Frank Müller starten ihr großes Abenteuer.

Auf ins Männerabenteuer, hinein in eine Welt, die für Naturburschen gemacht ist – und natürlich auch für starke Frauen, nur die bleiben zumindest beim Team „Radkäppchen und der böse Volvo“ daheim. Gerd Brückerhoff und sein Zwilling Arnd sowie Freund Frank Müller sind es, die sich auf eine 16-tägige Reise durch zehn Länder begeben, die 7500 Kilometer durch die Wildnis fahren. Das Auto, ein Volvo V 70, Baujahr 1997, eigens für 2000 Euro für die Wildnistour gekauft, ist bereits gepackt, es kann losgehen.

Das Trio begibt sich auf die „nördlichste Abenteuer-Rallye des Planeten“, wie der Organisator S.A.C. (Superlative Adventure Club) seine Charity-Baltic-Sea-Rallye nennt. Am Freitag sind die drei Freunde in Voerde gestartet, heute geht es ab Hamburg weiter, 500 Kilometer pro Tag. „Wir haben uns die Route Kopenhagen, Malmö, die Ostsee rauf nach Stockholm, dann quer durch Schwedens Wildnis nach Norwegen, auf die Lofoten und von dort aus zum Nordkap, danach geht es runter durch Finnland nach Murmansk in Russland, nach St. Petersburg und über Lettland, Estland, Litauern und Polen zurück nach Hamburg“, sagt Gerd Brückerhoff. Eine Reise, die die drei 56-Jährigen sicherlich an die Grenze der Belastbarkeit bringen wird. Denn weder GPS noch Navi dürfen gebraucht werden, Autobahnen sind tabu. Es geht nach Karte und Kompass quer durch den hohen Norden.

Zelt, Feldbetten, Stühle und ein Campingtisch befinden sich auf dem Dach des Volvos, dazu einige Lebensmittel, das Reserverad und die Schlafsäcke. Im Volvo selbst haben sie ein kleines Bett untergebracht. „So kann einer ruhen, während der andere fährt und der dritte die Karte liest“, sagt Brückerhoff. Nur mit dem Nötigsten sind sie ausgestattet, haben Werkzeug und Erste-Hilfe-Koffer für alle Notfälle dabei, einen kleinen Kühlschrank und die Angelrute. „Wir werden in der freien Natur übernachten, uns aber auch nach Pensionen und kleinen Hotels umschauen,“ verrät Brückerhoff. „In Skandinavien gibt es wenige Campingplätze mit Duschen und Toiletten. Und die Hygiene soll auf der Fahrt nicht leiden, wenigstens alle paar Tage tut eine Dusche gut und auch ein richtiges Bett.“ Auf eine Kaffeemaschine wollten die drei auch nicht verzichten.

„Solch einen Abenteuerurlaub hat noch niemand von uns gemacht, aber es stand immer auf unserer Liste, einmal etwas ganz Verrücktes zu tun“, erzählt Brückerhoff. Als früherer Präsident des Lions Club Voerde hat die Reise für ihn aber noch einen anderen Zweck: Die Teilnahme an dieser Rallye ist nämlich seitens der Veranstalter an einige Bedingungen geknüpft – eine davon, es müssen Spenden von mindestens 750 Euro gesammelt und gespendet werden. 6700 Euro sind über das Lions Hilfswerk vom Team bereits zusammengekommen, die drei Freunde hoffen auf mehr, um das Geld nach der Reise dem Friedensdorf überreichen zu können.

Eine weitere Bedingung – das Auto, das Zweirad oder das Nutzfahrzeug muss mindestens 20 Jahre alt sein. Wohnmobile und Wohnwagen sind nicht erlaubt. Bei der Rallye geht es nicht um Geschwindigkeit, viel mehr hat man durch verschiedene Aufgaben die Möglichkeit, noch tiefer ins Abenteuer einzusteigen. Welche das sind, das erfahren die Teilnehmer aber erst bei ihrer Abfahrt in Hamburg. Auch die Treffpunkte werden erst dann mitgeteilt.

Ansonsten sei jeder auf sich selbst gestellt. Welche Route man nimmt, ob rechts rum oder links herum um die Ostsee, ist ganz gleich. Ob man als Team alleine fährt oder sich mit anderen Fahrzeugen die Route teilt, auch das bleibt den Teams überlassen. Manche, so weiß Brückerhoff, ziehen die Einsamkeit vor, andere fahren in Kolonnen. Rund 250 Teams fahren dieses Mal wohl mit, zweimal im Jahr findet eines solche Tour statt, einmal im Sommer, einmal im Winter.

(aha)
Mehr von RP ONLINE