7000 Gummienten beim Entenrennen auf dem Rotbach in Dinslaken

Aktion mit unzähligen Zuschauern, vielen Helfern : 7000 Gummienten auf dem Rotbach

Das dritte Dinslakener Entenrennen war das erwartete Spektakel. Unzählige Zuschauer verfolgten den spaßigen Wettstreit direkt am Ufer oder beim Familienfest auf dem Altmarkt auf der Leinwand.

Die Menschen haben dem dritten Dinslakener Entenrennen entgegengefiebert. 7000 Gummienten waren seit Dezember verkauft worden. Damit haben die Organisatoren im Vergleich zum zweiten Rennen vor vier Jahren noch eine Schüppe drauf gelegt. Wie sehr sich die Menschen mit der Veranstaltung identifizieren, welchen Spaß sie an den kleinen Gummienten haben, war beim Start in Hiesfeld deutlich zu erkennen. Die besten Plätze auf den Brücken am Rotbach und am Ufer waren schon lange vor dem Rennbeginn besetzt.

Einige Entenbesitzer hatten die Ruhe weg. Sie brachten erst wenige Minuten, bevor Bürgermeister Michael Heidinger den Startschuss gab, ihre Rennenten vorbei. Auch diese Nachzügler-Tiere landeten im großen Metallkäfig, der am Haken eines Lkw-Krans hing.

So sieht sie aus, die erfolgreiche Siegerente. Foto: Markus Joosten

Nicht nur die Dinslakener sind vom Rennen auf dem Rotbach begeistert. Eine Frau reiste sogar aus der Rhön an. In ihrem Heimatort soll im Sommer ein Entenrennen veranstaltet werden. Im Internet ist sie auf Dinslaken aufmerksam geworden.

Eine Ente hatte es besonders eilig, legte einen Frühstart hin – aber vergeblich. Sie wurde eingefangen und landete wieder im Käfig. Die Menge zählte den Countdown, es ertönte ein Schuss, und die rund 7000 Rennenten fielen in den Rotbach, der dank der Regenfälle in der vergangenen Zeit ausreichend Wasser führte.

Einsatzkräfte der DLRG begleiten die gelben Gummienten und sorgen dafür, dass alle das Ziel in Höhe der Gartenschule erreichen. Foto: Markus Joosten

Nach den ersten Metern setzten sich schnell ein, zwei, drei Enten vom Hauptfeld ab. Viele Zuschauer begleiteten die Gummivögel auf ihrem Weg in die Altstadt, die Brücken über den Rotbach waren besetzt – wer einen Garten zum Bach hin besaß, hatte zum „Entengucken“ Bekannte und Freunde eingeladen.

Während nach dem Start die Enten ihren Weg zur Brücke an der Gartenschule nahmen, wurde auf dem Altmarkt gefeiert. Viele Gäste lockte das Familienfest an. Technisches Hilfswerk (THW), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und die Kreativ-Stiftung sorgten für ein Programm für die kleineren Besucher. Auf der Bühne informierte unterdessen Moderator Roland Donner über den Rennverlauf und ließ die Wartenden wissen, wo sich die „Sportler“ gerade befanden. Es gab zwischendurch Live-Schaltungen zur Rennstrecke.

Gegen 14 Uhr war dann die erste Ente im Ziel. Mit einem satten Vorsprung von 25 Minuten vor dem Hauptfeld schwamm sie, gekennzeichnet mit der Nummer 6107, ins Ziel. Bei der Siegerehrung wurde versichert, dass dabei alles mit rechten Dingen zugegangen sei: Die Rennleitung habe sie überprüft. Sie war absolut in Ordnung, sie habe die perfekte Welle erwischt. Tatsächlich gab es nämlich einen Schummelversuch: Kurz vor dem Ziel wurde eine Ente in den Rotbach geworfen, die aber sofort von der DLRG herausgefischt und disqualifiziert wurde.

Schon lange bevor die erste Ente das Ziel ansteuerte, waren die Plätze auf der Brücke und am Ufer des Rotbachs gefüllt. Foto: Markus Joosten

Während der Siegerehrung sprach Gudrun Vogel von den Organisatoren von einem Glücksgefühl. Es sei toll gewesen, dass sehr viele Menschen beim Start in Hiesfeld dabei waren: „Ich bin stolz auf Dinslaken.“ Rund 150 ehrenamtliche Helfer waren zudem im Einsatz. Und es sei nicht selbstverständlich, dass die fünf Serviceclubs, die hinter dem Entenrennen stehen, so an einem Strang ziehen. In anderen Städten sehe man sich als Konkurrenten an.

Gudrun Vogel erinnerte daran, was sie vor vier Jahren nach dem zweiten Entenrennen gefühlt hat: „Wir waren stolz auf das, was wir erreicht haben, heute bin ich begeistert.“ Schon jetzt sei klar: In vier Jahren soll es wieder ein Entenrennen geben. „Wir kommen aus der Nummer nicht mehr raus.“ Bei den besonders hergerichteten Enten gab es auch Preise in der Sonderkategorie „Dinslaken am Puls der Zeit“ für eine Brexit-Ente, eine Blinden- mit einer Führente, eine Karl-Lagerfeld-Ente, eine Van-Gogh-Ente mit Gemälde-Enten sowie eine Bergmanns-Ente. Den Schönheitswettbewerb gewann die Ente mit der Nummer 494, auf den zweiten Platz kam Nummer 5964, auf den dritten Nummer 6098.

(mt)
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