Dinslaken: 50 Autorinnen wollen den Türks-Preis

Dinslaken: 50 Autorinnen wollen den Türks-Preis

58 Stücke gehen ins Rennen. Auf die Siegerin warten 7500 Euro und die Uraufführung an der Burghofbühne.

Die "Killerzicken" liegen oben auf. Das ist Zufall und verrät weder etwas über die Qualität des Textes noch über die Autorin. Aber der Titel, der gefällt Jürgen Stackebrandt. "Das hat was", sagt der Sparkassendirektor und blickt anerkennend auf den Stapel von Manuskripten, den Lars Helmer vor ihm aufbaut: 58 Stücke, geschrieben von 50 Autorinnen im Alter zwischen 21 und 67 Jahren. Die Einsendungen kommen aus Deutschland, Belgien, Österreich, der Schweiz und Polen. Auch eine Autorin aus Wesel ist dabei.

Die meisten Manuskripte hat der Leitende Dramaturg der Burghofbühne bereits gelesen. Die Qualität? "Gut, manches ist sehr gut", sagt Helmer. "Es gibt aber auch ein paar Ausreißer nach unten." Welches Stück das Zeug zum Sieger hat, hat nicht Helmer zu bestimmen. Das ist Sache einer fünfköpfigen Jury, die sich in den kommenden neun Wochen durch eine Menge Papier arbeiten muss. Jedes Mitglied benennt bis Ende März maximal drei Favoriten. Wer von den Finalisten das Rennen macht, entscheiden die Juroren Ende April. Am 23. Mai präsentieren die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe gemeinsam mit der Burghofbühne die Siegerin.

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Der Kathrin-Türks-Preis wurde zum Gedenken an die langjährige Intendantin der Burghofbühne 1985 für Autorinnen des Jugendtheaters gestiftet. Seit 1994 war er nicht mehr verliehen worden. 2008 belebten Burghofbühne und Sparkasse den Preis wieder. Seitdem haben Autorinnen alle zwei Jahre die Chance, einen der höchstdotierten Theaterförderpreise Deutschlands zu erringen. Der Siegerin winken 7500 Euro in bar und die Uraufführung ihres Stücks an der Burghofbühne. Dass der Kathrin-Türks-Preis für eine völlig Unbekannte den großen Druchbruch bedeuten kann, hat die Burghofbühne vor sechs Jahren erlebt. Eva Rottmann glückte 2008 mit ihrem Erstling "Eidechsen und Salamander" ein echter Coup. "Heute werden Rottmanns Stücke an den Bühnen rauf und runter gespielt", weiß Helmer.

Auf einen ähnlichen Erfolg hoffen auch die Autorinnen, die sich jetzt beworben haben. Und worüber schreiben sie? "Die Themen werden härter, die Sprache auch", berichtet Lars Helmer. Es geht um Gewalt in der Familie, Aggression unter Freunden, um Bandenbildung und Gangs. "Es ist wenig Liebe in den Stücken." Wie viel Qualität darin steckt, ermitteln die Experten: Henning Fangauf, Thilo Reffert, Bettina Maurer, Ulrike Schanko und Sjef van der Linden. Thorsten Weckherlin, Intendant der Burghofbühne, ist auf das Votum gespannt. Die Aufführung im nächsten Jahr wird er nicht miterleben. Dafür ist dann der neue Intendant Mirko Schombert zuständig. Weckherlin wechselt im Sommer zusammen mit Helmer ans Landestheater Tübingen.

(RP)
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