32-Jährige muss sich wegen Mordes vor Landgericht verantworten

87-jähriger Dinslakener das Opfer: Mordprozess gegen Pflegekraft beginnt

Vor dem Landgericht beginnt am Dienstag, 13. November, die Verhandlung gegen eine 32 Jahre alte Polin. Dieser wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, für den Tod eines 87-jährigen Dinslakeners verantwortlich zu sein.

Für die Staatsanwaltschaft ist es Mord aus Heimtücke gewesen. Dies wirft die Anklagevertretung einer 32 Jahre alten Pflegehelferin aus Polen vor, die für den Tod eines 87-jährigen Mannes verantwortlich sein soll, der von der Frau betreut wurde. Doch die 32-Jährige muss sich nicht nur wegen Mordes verantworten, ihr wird auch gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Das Opfer bei diesem Tatvorwurf ist die 82 Jahre alte Frau des Seniors gewesen.

Der Prozess vor dem Duisburger Landgericht gegen die Angeklagte beginnt am Dienstag, 13. November, 9 Uhr, im Saal 201, wie eine Sprecherin des Duisburger Landgerichts berichtete. Es sind acht Verhandlungstage vorgesehen.

Die 32-jährige Polin arbeitete damals als Haushaltshilfe bei den alten Eheleuten und war auch mit Pflegeaufgaben betraut. So soll sie ihnen Medikamente gegeben haben, wenn dies nicht von der Tochter der Senioren gemacht wurde. Der Mann litt an Demenz. Die Anklage wirft der 32-Jährigen vor, den beiden Senioren am 21. Dezember 2016 eigene Medikamente verabreicht zu haben. Dies soll zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die der Mann einnahm, geführt haben. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklageschrift davon aus, dass die Pflegehelferin dabei den Tod der Senioren in Kauf genommen hat.

  • Dinslaken : Pflegekraft wegen Mordes angeklagt

An jedem 21. Dezember wurden der Mann und seine Frau in ein Dinslakener Krankenhaus gebracht, nachdem sie gestürzt waren. Die Pflegehelferin hatte damals noch selbst den Krankenwagen gerufen. Der Senior starb einen Tag später, am 22. Dezember 2016, seine Frau konnte das Krankenhaus wieder verlassen.

In der Wohnung des Ehepaares fanden Familienangehörige später ein Schmerzmittel, das nicht zu den Medikamenten der beiden Senioren gehörte. Dieser Fund führte dazu, dass der Senior obduziert wurde. Er hatte Vorerkrankungen, die auch zum Tode hätten führen können. Die Pflegekraft erklärte das Vorhandensein des Schmerzmittels später damit, dass sie es selbst genommen habe. Ein toxikologisches Gutachten, das vom rechtsmedizinischen Institut der Universitätsklinik Essen angefertigt worden war, aber erst im Februar 2018 bei der Staatsanwaltschaft eintraf, ergab, dass der 87-jährige Dinslakener eine tödliche Dosis des Schmerzmittels in seinem Blut gehabt hatte. Das selbe Schmerzmittel wurde auch im Blut seiner Frau nachgewiesen, die überlebt hatte.

Eine Mordkommission wurde gebildet und übernahm die Ermittlungen. Nach der Polin wurde eine bundesweite Fahndung ausgeschrieben. Im März 2018 konnte sie schließlich in Baden-Württemberg festgenommen werden. Dort hatte sie als häusliche Pflegekraft für eine 92-jährige Frau gearbeitet. Wird die Angeklagte wegen Mordes verurteilt, so droht ihr eine lebenslange Freiheitsstrafe.

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