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Dinslaken: 30 Jahre Kampf gegen Lepra

Dinslaken : 30 Jahre Kampf gegen Lepra

Seit drei Jahrzehnten therapieren Romana und Arkadius Drabik Leprakranke in Asien und Afrika. Über ihre Arbeit haben sie nun ein Buch geschrieben, mit dem sie gestern Bürgermeisterin Sabine Weiss einen Besuch abstatteten.

Eigentlich wollten Romana und Arkadius Drabik nur mal kurz auflisten, wo sie ihre Lepraarbeit in den vergangenen 30 Jahren überall hingeführt hat. Und von wem sie in dieser langen Zeit Unterstützung bekommen haben. „Aber irgendwie ist diese Auflistung aus den Fugen geraten“, schmunzelt Dr. Romana Drabik.

Ausführlicher Bericht kommt

Und so ist aus der Auflistung ein ganzes Buch geworden. Das ist 151 Seiten dick und trägt sinnigerweise den Titel „30 Jahre Lepraarbeit in Dinslaken“. Entstanden ist es am heimischen PC der Drabiks. Das Dinslakener Ehepaar hat sich durch Tonnen von Bildern und persönlichen Aufzeichnungen gewühlt und das Wichtigste herausgefiltert. Hätten die Drabiks ausführlich über ihre Reisen zu den Leprakranken in Afrika, Indien und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion berichten wollen, wären sie mit 150 Seiten niemals ausgekommen. „Aber keine Sorge, bald wird es auch einen ausführlichen Bericht über unsere Arbeit geben“, beruhigt Romana Drabik.

„Ein bisschen mulmig“ sei ihr beim Durchblättern des Buches schon gewesen, musste die Ärztin gestern beim Besuch bei Bürgermeisterin Sabine Weiss gestehen. Denn das Buch helfe ihr, sich auch all’ der gefährlichen und scheinbar aussichtslosen Situationen nochmal bewusst zu werden. Zum Beispiel als sie ohne Genehmigung während des Russland-Tschetschenien-Krieges im tschetschenischen Grenzgebiet Leprakranke therapierten. Viele Bilder zeigen die Drabiks in herzlicher Umarmung mit ihren Patienten in Ländern wie Usbekistan, Kasachstan und Tadschikistan. An die Reaktionen der Ärzte vor Ort, erinnert sich Arkadius Drabik noch genau. „Die waren geschockt und haben uns für verrückt erklärt, dass wir die Kranken wie normale Menschen behandeln.“ Nur fünf Exemplare haben die Drabiks von ihrem Rückblick auf 30 Jahre Lepraarbeit drucken lassen. Eines ging an Sabine Weiss. Ein Zweites an Pastor Bernhard Kösters, der seit 1980 an der Seite des Ehepaar Drabik ist und mit der Organisation der Lepramärsche für die finanzielle Basis der Lepraarbeit gesorgt hat. „Sie sind die Ursache dieses Buches. Ohne Sie wäre das alles nie möglich gewesen“, bedankte sich Romana Drabik.

(RP)