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Dinslaken: 25 Jahre Psychiatrie am Sankt-Vinzenz-Hospital

Dinslaken : 25 Jahre Psychiatrie am Sankt-Vinzenz-Hospital

Fachabteilung des katholischen Krankenhauses feiert ihr Jubiläum unter dem Motto "Gemeinsam stark für psychische Gesundheit". Chefärztin Dr. Barbara Florange weiß: "Es kann jeden treffen."

Die Anfänge liegen 25 Jahre zurück. Damals, im Jahre 1988 wurde am Sankt-Vinzenz-Hospital die Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie gegründet, die über 40 Betten verfügte. Erster Chefarzt war Dirk Heinz Schreiber. "Die Gemeindepsychiatrie ist ideal, um Menschen im Quartier zu versorgen", sagt Dr. Barbara Florange, die seit Anfang des Jahres auf dem Chefsessel sitzt. Das 25-jährige Bestehen wird heute im katholischen Krankenhaus gefeiert. Geplant ist eine Jubiläumsveranstaltung mit zahlreichen Kurzvorträgen, die von 13 bis 17 Uhr im Medienzentrum des Vinzenz gehalten werden. Das Motto lautet: "Gemeinsam stark für psychische Gesundheit".

Anfänglich gab es Bedenken, eine Psychiatrie im Krankenhaus zu haben. Doch etablierte sich die neue Klinik schnell, alle Ängste und Sorhen bestätigten sich nicht. "Wir arbieten interdisziplinär mit allen Abteilungen des Vinzenz zusammen", berichtet Dr. Florange. Die Klinik wuchs schnell und verfügte 1990 bereits über 100 Betten. Heute hat sie 98 Betten, davon 14 bis 20 in der geschlossenen Abteilung, sowie 52 tagesklinische Behandlungsplätze und rund 230 Mitarbeiter, davon sind an die 25 Ärzte und Psychologen. Zur Klinik gehören die geronto-psychiatrische Station für Patienten ab 65 Jahre, zwei offene allgemein-psychiatrische Stationen, die akute Psychotherapiestation, die qualifizierte Entgiftung (für alkohol- und Medikamentenabhängige), zwei allgemeinpsychiatrische Tageskliniken (eine in Dinslaken, eine in Wesel), die gerontopsychiatrische Tagesklinik sowie zwei psychiatrische Institutsambulanzen (Dinslaken und Wesel).

Die Klinik ist zuständig für rund 280 000 Einwohner. Behandelt werden beispielsweise Depressionen, Existenzängste, Burn-out sowie andere psychische Belastungen. Manche Probleme der Patienten sind in einem Beratungsgespräch lösbar, andere müssen stationär behandelt werden. "Es kann jeden treffen", weiß Dr. Barbara Florange aus ihrer beruflichen Praxis.

Das Ziel der 46-jährigen Chefärztin ist es, dass ein Patient, der sich in psychiatrische Behandlung begibt, später wieder ganz normal leben kann. Je früher eine psychische Erkrankung diagnostiziert und behandelt wird, desto größer sind die Chancen, dass die Erkrankung für den Patienten ohne Folgen und es bei einer einmaligen Episode bleibt.

Nach Einschätzung von Dr. Barbara Florange haben die schweren Depressionen nicht zugenommen, wohl aber die leichten und die Bereitschaft der Menschen, dazu zu stehen und offen mit ihrer Erkrankung umzugehen — und sie finden Unterstützung in der Gesellschaft. "Psychisch belastete Menschen können", so Dr. Florange, "mit therapeutischer Hilfe und einer wohlmeinenden Umgebung integriert leben und haben eine echte Chance auf Teilhabe."

(RP)