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2009 haben Julia Wenzel und Niklas Graf die Grüne Jugend Dinslaken gegründet.

Neue Schwerpunkte : Dinslakener Grüne setzen auf die Jugend

Im April 2009 haben Julia Wenzel und Niklas Graf die Grüne Jugend Dinslaken gegründet. Längere Zeit hat man nichts von der Jugendorganisation gehört. Das soll anders werden.

„Wir wollen den Jungmitgliedern eine Plattform bieten, sich zu vernetzen und Politik zu gestalten“, erläutert Patrick Voss, Sprecher der Grünen Dinslaken, die Pläne, die Jugendorganisation zu reaktivieren. Gegenwärtig ist sie nicht aktiv. Und er verweist darauf, dass die Mitgliederzahl seiner Partei massiv gewachsen ist und auch die Jugend sich für grüne Politik begeistert und aktiv werden will. „Bei uns kann man aber auch mitmachen, ohne Parteimitglied zu sein“, sagt Voss, der mit seinen 21 Jahren selbst Mitglied der Grünen Jugend ist, der man bis zur Vollendung des 28. Lebensjahres angehören kann. Er weiß, dass manche Jugendliche sich nicht an eine Partei binden wollen.

Wer Mitglieder der Partei Bündnis 90 /Die Grünen ist, ist gleichzeitig auch in der Nachwuchsorganisation. Allerdings kann man auch der Grünen Jugend beitreten, ohne damit automatisch Parteimitglied der Grünen zu werden, da die Nachwuchsorganisation eine unabhängige Teilorganisation der Grünen ist, wie Patrick Voss weiter berichtete. Von dem aktuell rund 50 Parteimitgliedern in Dinslaken sind etwa 20 jünger als 28 Jahre und damit in einem Alter, in dem sie der Jugendorganisation angehören.

Vor der für Montag, 13. Januar, terminierten Jahreshauptversammlung der Nachwuchsorganisation wurde parteiintern beraten und bei Jungmitgliedern nachgefragt, ob wieder eine Jugendorganisation aufgebaut werden sollte und ob sie sich vorstellten könnten, sich dort einzubringen. Weil etliche dies bejahten, wurde der Entschluss gefasst, die Grüne Jugend zu reaktivieren. Die Zusammenkunft ist deshalb als Jahreshauptversammlung geplant, in der ein neuer Vorstand mit einer Doppelspitze zu wählen ist, der mindestens eine Frau angehören wird. Voss sieht die Veranstaltung als „ein offenes Angebot für alle an, die sich politisch engagieren wollen“, auch wenn sie sich noch nicht sicher seien, ob sie bei den Grünen richtig seien. „Alle können sich informieren“, sagt Patrick Voss. Nach seiner Einschätzung sind die politischen Inhalte, die die Grünen vertreten, für das anhaltende Wachstum der Partei, das auch in Dinslaken zu verzeichnen sei, verantwortlich. Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit sieht er als zwei wichtige Themen an, die Jugendliche bewegen, sich den Grünen anzuschließen. Dass seine Partei beispielsweise auf dem Gebiet des Klimaschutzes radikalere Forderungen als andere Parteien vertrete, entspreche der Haltung etlicher Jugendlicher, die „eine Zukunft auf dem Planeten haben wollen“ und bereit seien, sich dafür politisch zu engagieren.

Den Ruf nach sozialer Gerechtigkeit erklingt nach Einschätzung des Sprechers der Dinslakener Grünen immer lauter und sei auch in Dinslaken nicht zu überhören. „Die Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können und in der Lage sein, sich eine Wohnung zu leisten, die ihren Ansprüchen entspricht“, sagt Patrick Voss. Auch in Dinslaken fehle bezahlbarer Wohnraum, der hiesige Mietspiegel sei höher als in Nachbarkommunen. Voss beklagt, dass jahrelang zu wenig in den sozialen Wohnungsbau investiert worden ist. Viele geförderte Wohnungen fielen aus der Sozialbindung heraus, doch es kämen kaum neue Wohnungen nach. Mit Blick auf die künftige Bebauung und Nutzung des Geländes am Bärenkamp sagt Voss, dass „die Trabrennbahn kein Areal für Reiche werden darf“, sondern dass an alle Menschen gedacht werden muss. Deshalb ist es nach seiner Überzeugung nicht angebracht, Baugrundstücke an den Höchstbietenden abzugeben, sondern soziale oder nachhaltige Bauprojekte zu berücksichtigen. Dort sollte Wohnraum auch für Normal- und Geringverdiener entstehen, für Singles und Rentner ebenso wie für Familien. Zudem spricht sich Voss dafür aus, dass verschiedene Wohnformen berücksichtigt werden. Er hält nichts davon, das gesamte Trabennbahn-Areal zu bebauen, und plädiert dafür, an Grünanlagen, einen kleinen Park oder Wasserflächen zu denken. Dies gelte auch für Dachbegrünung und Photovoltaikanlagen. Das Gelände sei für das Stadtklima von Bedeutung. Konkrete Vorstellungen zur künftigen Nutzung des Trabrennbahn-Geländes haben die Grünen noch nicht entwickelt. „Wir sind da sehr offen“, sagt Voss, der erste Vorschläge aus der Verwaltung und den beteiligten Planungsbüros abwarten will. Wichtig ist ihm, dass die Anregungen aus der Bürgerbeteiligung in die Planungen einfließen und nicht einfach untergehen, denn das wäre das falsche Signal. Das gesamte Gelände habe einen starken Bezug zur Stadt und sei für viele Menschen wichtig. Das, was dort entstehe, müsse „behutsam in die Stadtstruktur integriert werden“.

Welche Themen die Grüne Jugend bewegt und welche Schwerpunkte in der politischen Arbeit der Nachwuchs setzen will, das wird in der bevorstehenden Jahreshauptversammlung thematisiert. Auch können erste Projekte von der Grünen Jugend angeregt werden. Und auch hier gilt: Alles ist noch offen. „Die Teilnehmer sollen eigene Ideen und Vorstellungen einbringen, Impulse für die politische Arbeit geben“, so Voss. Als eine wichtige Aufgabe seiner Partei sieht er es an, „die jungen Menschen bestmöglich zu unterstützen“.