150 Jahre: BSV Friedrichsfeld feiert Jubiläum

BSV Alter Emmelsumer : 150 Jahre Gemeinsinn und Tradition

Der BSV Friedrichsfeld „Alter Emmelsumer“ feiert die anderthalb Jahrhunderte seines Bestehens mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür auf der Vereinsanlage an der Ullrichstraße in Wesel.

Zahlreiche Gäste waren zum Vereinsjubiläum des BSV Friedrichsfeld „Alter Emmelsumer“ gekommen und wurden von Vereinspräsident Georg Schneider in der Mehrzweckhalle auf dem Gelände des Vereins an der Ullrichstraße begrüßt. In seiner Festrede gab Schneider den Gästen einen kleinen Einblick in die bewegte Geschichte des Vereins vor Ort. Gegründet wurde der Verein im Jahre 1868 von Heinrich Münster. „Schon damals war es klar, dass Friedrichsfeld einen eigenen Schützenverein braucht“, erklärte Georg Schneider.

Mit Bezug auf ein Bild in der Festschrift des Vereins aus dem Jahre 1938 verwies er darauf, dass auch das Schützenfest früher einen ganz anderen Stellenwert hatte: „Das war früher, zusammen mit der Kirmes, der höchste Feiertag im Ort“, erklärte der Vereinspräsident der Friedrichsfelder Schützen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Vereinsleben schnell wieder aufgenommen. „Damals hätten die Schützen nur mit einem Luftgewehr auf den Vogel schießen dürfen „und das wollten sie nicht. So gab es den ersten Thron nach dem Krieg erst wieder 1950“, erklärte Georg Schneider die Lücke in der Chronik der Königspaare des Vereins.

Wie sehr sich die Zeiten geändert haben, zeigte eine Anekdote vom 100-jährigen Vereinsjubiläum. Zum Schützenfest hatte man schnell einen König gefunden, allerdings fehlte die Königin. Adjutanten ritten damals mit Pferden immer wieder ins Dorf und zurück, um die passende Dame zu finden. „Damals hatte man ja noch kein Telefon, Handy oder Internet“, erklärte Georg Schneider. Schließlich wurde dann seine Mutter Christine zur Königin auserkoren.

Präsident Georg Schneider hielt dem Schützenvolk eine Festrede. Foto: FUNKE Foto Services/Markus Joosten

Seit den 1970er-Jahren wächst und gedeiht der Verein mittlerweile auf dem heutigen Vereinsgelände. Schießhalle, überdachter Bereich für die Pistolenschützen und schließlich die Mehrzweckhalle, in der das Wintertraining für die Bogenabteilung des Vereins stattfindet, entstanden dort nacheinander. „Wir wollen dem Ort auch weiterhin erhalten bleiben“, sagte Georg Schneider zum Abschluss seiner Festrede und verwies lächelnd auf die nächsten 150 Jahre.

Aus den Grußworten der Ehrengäste war immer wieder herauszuhören, wie viel die Friedrichsfelder Schützen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement für die Gemeinschaft leisten. „Sie machen Brauchtum für die Welt von heute nutzbar“, sagte Wesels stellvertretende Bürgermeisterin Marlies Hillefeld in ihren Grußworten. „Hier vor Ort kann jeder miterleben, dass Traditionen und Werte nicht nur gepflegt, sondern gelebt werden.“

Voerdes Bürgermeister Dirk Haarmann betonte die Wichtigkeit des Vereinslebens, gerade in schwierigen Zeiten. „Sie können jederzeit auf die Unterstützung der Stadt zählen“, sagte er an die Friedrichsfelder Schützen gerichtet. Gustav Hensel, Vorsitzender des Bezirks 012 Schützenkreis Dinslaken, nannte den BSV Friedrichsfeld einen „attraktiven Verein für jedes Alter und auch über die Grenzen von Friedrichsfeld hinaus“. Gerade weil der Schützenverein mit seiner Bogenabteilung und den Kanonieren zwei nicht ganz alltägliche Abteilungen im Angebot hat.

Zum Jubiläum öffneten die Schützen ihre Anlage an der Ullrichstraße. Die Gäste konnten sich hier in den verschiedenen Schießdisziplinen ausprobieren, am Vogelschießen teilnehmen oder einfach den Tag zur Jubiläumsfeier bei sonnigem Wetter genießen.