Mittel von Bund und EU: 132.000 Euro für Gesundheitsprojekt

Mittel von Bund und EU : 132.000 Euro für Gesundheitsprojekt

Bewegung und Ernährung: Darauf setzt eine geförderte Initiative der Caritas für Kinder und Familien.

Familien von Sport und gesunder Ernährung profitieren lassen – das wollen die Caritas und die Stadt Voerde mit einem neuen Projekt unter dem Titel „Das Gemeinwesenhaus – Zentrum für Bewegung und Ernährung“ erreichen. Für die neuen Angebote gibt es für eineinhalb Jahre 132.000 Euro vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und aus Mitteln der Europäischen Union, so Guido Busch vom Caritasverband Dinslaken-Wesel.

Am 15. Mai fiel der Startschuss zum Projektbeginn in Voerde. Im Gemeinwesenhaus geht es vor allem um gesunde Bewegung und Ernährung: Eine Tanzgruppe für Kinder laufe schon, der Yogakurs sei in Vorbereitung und weitere Angebote in der Planung, so Lisa-Marie Soikavom Gemeinwesenhaus Möllen. „Wichtig ist, dass wir auch auf die Kinder eingehen und sehen, was sie machen wollen.“

Das Projekt solle aber nicht alleine die Kinder, sondern die Familien als Ganzes ansprechen, etwa mit Kochkursen, einem Familienrestaurant oder Sportangeboten. Hochbeete sollen dazu anregen, sich mit Pflanzen und Kräutern zu beschäftigen und den Anstoß geben „zu sehen, was hier in Möllen wächst“, sagt Lisa-Marie Soika. „Wir wollen zeigen, dass nicht alles, was grün ist, nicht schmeckt. Und die Kinder ermutigen, auch mal etwas Grünes in die Hand zu nehmen.“ Es freue Soika, „wenn Kinder sagen: ‘Mama, kauf doch mal eine Paprika’“.

Ferner solle das Projekt Freizeitbeschäftigungen vermitteln, die ohne weiteres in den Familien aufgenommen werden können. Und für die es „nicht viel Zeit und Geld braucht“, erklärt Lisa-Marie Soika. Im Familienrestaurant werde gemeinsam gekocht, gegessen und der Austausch gepflegt. Die neu gestartete Sportgruppe „Fit in die Woche“, die sich an Mütter richte und ihnen Möglichkeit zu Gesellschaft bieten solle, sei bereits positiv angekommen. Das Projekt biete „mögliche Schritte aus der Armut“, so Caritasdirektor Michael van Meerbeck. Denn Bewegung sorge für Antrieb. „Wir wollen die Menschen weg von der Couch und dem Fernseher holen.“ Armut sei facettenreich, fügt Bürgermeister Dirk Haarmann hinzu. Kinder seien nicht nur finanziell von Armut betroffen, sondern auch bei der Teilhabe. Hier solle das Projekt ansetzen, vorrangig zur Prävention. Der Bürgermeister hofft, dass sich das Projekt nach Ablauf der Förderung auch im Stadtteil verstetigen lasse. Dabei richten sich die Angebote an Familien „aller Schichten“. Es ziehe sich durch die gesamte Gesellschaft „dass wir in den Familien vereinsamen“, so van Meerbeck. Wichtig beim Projekt sei deshalb: „Es ist nicht defizitorientiert, sondern soll Spaß machen.“

(mh)
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