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Hünxe/Wesel: 13.000 Quappen sollen Grundel bekämpfen

Hünxe/Wesel : 13.000 Quappen sollen Grundel bekämpfen

Die Schwarzmundgrundel kommt ursprünglich aus Südosteuropa und hat sich in Lippe und Rhein breit gemacht. Der Lippeverband versucht sie nun mit dem heimischen Raubfisch Quappe zu bekämpfen.

Mit einer besonderen Aktion versucht der Lippeverband die Artenvielfalt in Rhein und Lippe zu garantieren. 13.000 Quappen sind in den vergangenen Tagen in der Lippemündung bei Wesel ausgesetzt worden. Mit der Aktion will der Lippeverband nicht nur das Quappen-Vorkommen in der Lippe erhöhen, sondern auch die Artenvielfalt im längsten Fluss Nordrhein-Westfalens erhalten: Die Quappe, ein Raubfisch, könnte nämlich der eingewanderten Schwarzmundgrundel den Garaus machen, die wiederum einheimischen Fischen das Leben im Fluss schwer macht.

 Der Lippeverband beim Aussetzen von Quappen.
Der Lippeverband beim Aussetzen von Quappen. Foto: Lippeverband

Die Quappe (lat. Lota Lota) - nicht zu verwechseln mit der Kaulquappe, der Larve des Frosches - ist ein Raubfisch, der für das biologische Gleichgewicht in Flüssen und Bächen eine wichtige Rolle spielt. Die Schwarzmundgrundel (auch Schwarzmeergrundel) wiederum ist zunehmend eine Gefahr für heimische Fischarten. Der kleine Süßwasserfisch war ursprünglich in den südosteuropäischen Brackwassergebieten von Schwarzem und Asowschem Meer zu Hause, rasend schnell hat sie sich in Nordamerika und zahlreichen Gewässern in Mittel- und Osteuropa ausgebreitet. Experten berichten, dass sie hauptsächlich als blinder Passagier großer Frachtschiffe nach Europa gekommen sei. Sie verdrängt andere Fische, raubt ihnen Lebensraum und Nahrung.

 Die Quappe ist ein heimischer Raubfisch und soll die Grundelpopulation eindämmen.
Die Quappe ist ein heimischer Raubfisch und soll die Grundelpopulation eindämmen. Foto: DPA/F. Hecker
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Am kommenden Dienstag, 22. Mai, ist der "Internationale Tag der Artenvielfalt". Der Besatz der Lippe mit Quappen geschieht aus diesem Anlass. Es ist nicht die erste Quappenbesatz-Aktion dieser Art in der Lippe. Bereits im Jahr 2015 und den beiden Folgejahren hat der Lippeverband diese in Nordrhein-Westfalen sehr seltene Fischart in Abstimmung mit der zuständigen Behörde und den Fischereiverbänden erfolgreich besetzt. Im Mai 2014 konnte der Lippeverband die neue Lippemündungsaue fertigstellen. Mittlerweile zeige sich immer deutlicher, dass diese rund 2,5 Kilometer lange, naturnahe Flussstrecke inmitten der hundert Hektar großen Auenfläche ein Wegbereiter für die Erhaltung und Wiederansiedlung wichtiger Tier- und Pflanzenarten wird.

Das Verschwinden der Quappe allerdings sorgte für Probleme. Bis in die 1960er Jahre war die Quappe in NRW weit verbreitet. Weil diese Fische für ihre erfolgreiche Fortpflanzung in besonderem Maße auf Flachwasserzonen angewiesen sind, war der Rückgang der Art eine direkte Folge der Begradigung von Flüssen. Hinzu kam die zunehmende Verschmutzung der Gewässer bis in die 1970er Jahre.

In der Lippe leben die letzten Quappen in NRW, auf rund 2000 Fische wird die Population im Ober- und Mittellauf geschätzt. Mit Hilfe von einigen Dutzend "Wildfängen" aus der Lippe werden die Jungfischlarven mittlerweile gezüchtet. Der Ruhrverband als Projektpartner verfügt über eine Fischzuchtanlage, die in der Lage ist, jährlich eine siebenstellige Zahl von Brütlingen zu liefern.

Die Besatzaktionen, die bisher schwerpunktmäßig in der Lippeaue bei Hamm-Oberwerries und an der vom Lippeverband renaturierten Seseke stattfanden, zeigen dort bereits Wirkung: Bei Kontrollbefischungen konnten unter anderem in der Seseke wieder Quappen nachgewiesen werden.

(RP)