Dinslaken: 100 Punkte für Schönes aus der Kinderwelt

Dinslaken : 100 Punkte für Schönes aus der Kinderwelt

Sachspenden, die die Kinderwelt bekommt, reparieren Teilnehmer von Wiedereingliederungsprojekten des Jobcenters. Bedürftige Familien erhalten Spielzeug, Möbel und Kleidung für den Nachwuchs.

Michael Lempaszek hat den Pinsel in der Hand und bemalt einen Stuhl. Es ist eine Spende, die in der Kinderwelt an der Friedrich-Ebert-Straße hergerichtet, repariert oder restauriert wird, bevor sie Bedürftigen aus Dinslaken angeboten werden kann. Die Sachen bekommen nicht nur einen neuen Anstrich - "die Kreativität der Mitarbeitenden wird hier gefördert", sagt Beate Märkert, Sozialpädagogin. Denn hier wird in zwei Richtungen geholfen: Familien, die auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind, bekommen Spielsachen, Kinder- und Babybekleidung und Möbel - auf der anderen Seite arbeiten Menschen, die durch die Teilnahme an Wiedereingliederungsmaßnahmen des Jobcenters, der Mitarbeit in der Kinderwelt, wieder fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden.

Im Verkaufsraum der Kinderwelt stapeln sich die Spiele, Puzzles und Bücher. Möbelstücke und Kinderbekleidung sind sortiert und stehen zur Abholung bereit. Verkauft wird hier nämlich nichts, es wird weitergespendet. Ausschließlich Spenden, die zurecht gemacht und durch ein Punktesystem an die bedürftigen Familien verteilt werden.

Jede Familie hat pro Monat 100 Punkte, die auf einer Kundenkarte vermerkt sind. Bei jedem weiteren Kind kommen 50 Punkte dazu. Damit können sie im Laden "einkaufen" - ein Brettspiel kostet zehn Punkte, eine Sitzecke oder ein Barbie-Haus bis zu 100. Sind die Punkte verbraucht, muss bis zum nächsten Monat gewartet werden. Punkte über den Monat ansammeln können die Kunden nicht.

Finanziert wird das Projekt vom Jobcenter des Kreises Wesel. Dieses vermittelt auch die Mitarbeiter, die im Verkaufsraum, in der Warenannahme, Werkstatt oder Wäscherei arbeiten. Mindestens zwei Monate und bis zu neun Monate können die Teilnehmer verschiedene Gewerke lernen - in Vollzeit, aber auch in Teilzeit. "Wir haben hier auch alleinerziehende Eltern als Teilnehmende", sagt Nadine Kunz, Arbeitsvermittlerin des Jobcenters.

Bis zu 20 Plätze hält die Kinderwelt dafür bereit: In der Werkstatt kann zum Beispiel die Arbeit eines Tischlers, Schlossers oder Malers geübt werden.

"Wir üben hier aber nicht nur, wir schulen auch", sagt Projektleiter Dirk Stevens. Die Sprachschulungen und umfangreichen Bewerbungstrainings finden in den Räumen der Firma Faktum statt, dem Träger der Kinderwelt.

Während in den Werkstätten hochkonzentriert gewerkelt wird, ein Stuhlbein angebracht, fehlende Griffe angeschraubt und die Holzoberfläche eines Tisches lackiert wird, geht es in der Küche gelöster zu. Es werden weihnachtliche Plätzchen gebacken, verpackt und bereitgestellt.

Spender von gebrauchten Spielwaren, Bekleidung und Möbelstücken werden mit Weihnachtsgebäck beschenkt.

Bedürftige Familien hatten in der Vorweihnachtszeit sogar noch eine Reihe von neuen Waren zur Auswahl.

(RP)
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