Stadtbedienstete sollen bei Volkszählung fragen

Stadtbedienstete sollen bei Volkszählung fragen

Bei der Stadt Düsseldorf laufen die Vorbereitungen für die Volkszählung unter dem Titel Zensus 2011 auf Hochtouren. In der Zeit vom 9. Mai bis zum 31. Juli suchen 450 so genannte Erhebungsbeauftragte etwa 22 000 Haushalte auf, um sie zu befragen. Auf diese Weise wird überprüft, ob die Zahl der Einwohner, die im Melderegister erfasst sind, auch mit der tatsächlichen Zahl übereinstimmt.

Ermittelt wird dies – anders als bei der kompletten Volkszählung im Jahr 1987 – anhand einer Stichprobe. Die Befragung ist im deutschen Zensusgesetz 2011 geregelt und ist Teil einer EU-weiten Volkszählung.

Anfang des Jahres hatte die rechtsradikale Partei NPD für Wirbel gesorgt, als sie ihre Mitglieder dazu aufgerufen hatte, sich als Erhebungsbeauftragte zu bewerben. Auf diese Weise wollte die Parteispitze Daten von politischen Gegnern erhalten. Um dies zu verhindern, setzt in Düsseldorf die Erhebungsstelle darauf, den personellen Bedarf über städtische Mitarbeiter, Wahlhelfer und Landesbedienstete abzudecken. Nach Auskunft der Verwaltung ein Personenkreis, der im beruflichen Umgang mit Daten zu Zuverlässigkeit und Stillschweigen verpflichtet ist. Vor einer Woche hat die Erhebungsstelle im Intranet der Landeshauptstadt ihren Aufruf zur Bewerbung gestartet.

Neben den Haushalten werden die Eigentümer von etwa 321 000 Gebäuden und Wohnungen verpflichtet, einen Fragebogen auszufüllen. Erfasst werden außerdem rund 18 000 Bewohner von Anstalten und Heimen. Für die Befragung werden die Beauftragten vorher geschult.

Ermittelt werden Wohnsitz, Migrationshintergrund, Religion, Ausbildung, Erwerbstätigkeit und Zahl der im Haushalt lebenden Personen. Beim Fragebogen für Immobilienbesitzer geht es um die Art der Immobilie und deren Nutzung. Außerdem wird gefragt, wie das Gebäude beheizt wird sowie welche und wie viele Nutzer der jeweiligen Immobilie es gibt.

Die erhobenen Daten dürfen nicht ans Einwohnermeldeamt weitergereicht werden. Sie sollen anonymisiert und spätestens nach vier Jahren komplett gelöscht werden. Die Teilnahme ist für alle Angesprochenen allerdings verpflichtend. Wer keine oder falsche Antworten gibt, dem droht ein Bußgeld.

(RP)