Sozial-Pop von Klaus Lage

Sozial-Pop von Klaus Lage

Zum Konzert von Klaus Lage kamen nur 250 Fans ins Savoy. Für den Mann, der in den 80er Jahren große Erfolge feierte, was der Auftritt indes ein Heimspiel, denn der nunmehr 60-Jährige besuchte einst in Benrath das Schloss-Gymnasium. Mit "Einzelgänger", dem Opener des neuen Albums "Der Moment", eröffnen Lage und Band das Konzert und stecken sogleich den stilistischen Claim zwischen Blues, Country und Rock ab. Lage besingt in seinem Sozial-Pop gern Einzelschicksale, die nicht unbedingt wegen ihrer Authentizität, so aber doch wegen der guten Absicht zuhören lassen. In "Superstars" kritisiert er die falschen Hoffnungen, die das Musikgeschäft in jungen Musiktalenten weckt, in "Kinder" beschwört der Großvater in spe den richtigen Zeitpunkt, um Kinder in ihr eigenes Leben zu entlassen.

Doch der bisweilen kurzatmige Klaus Lage ist kein Temperamentsbolzen, kein Blues-Shouter, der seine Emotionen ungefiltert herauslässt. Er zählt zu denen, die abwarten, die hoffen, dass ihre ehrliche Absicht als solche erkannt wird. Dabei ist er bereit zu akzeptieren, dass es lange dauert, bis die Zuhörer erkennen, was sie an ihm haben. 1984 hat es noch "Zoom!" gemacht, heute haben Wir sind Helden, Philipp Poisel oder Clueso den Finger am Puls der Zeit. BERND SCHUKNECHT

(RP)
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