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So wenig Schulwegunfälle wie nie

So wenig Schulwegunfälle wie nie

Kontrollen und Verkehrserziehung der Polizei zeigen Erfolg: Die Zahl der Kinderunfälle auf dem Schulweg ist auf einem historischen Tiefstand. Dagegen stiegen 2011 die Zahlen der Senioren- und Fußgängerunfälle. Polizeidirektor Vonstein fordert "fehlertolerantes Verhalten".

Während im Land dramatische Steigerungen der Unfallzahlen, insbesondere der Zahl tödlicher Unfälle, registriert werden, weist die Düsseldorfer Verkehrsstatistik für das Jahr 2011 durchaus gute Nachrichten auf. Zwar liegt auch hier die Gesamtzahl der Unfälle mit 27 965 um sieben Prozent über der des Vorjahres. Doch waren es vor allem Bagatellunfälle, genau gesagt: 25 478 Blechschäden ohne Verletzte, die diese Zahl ausmachten.

Rücksicht und Vorsicht

Das Beste am Zahlenwerk, so der Leiter der Verkehrsdirektion Martin Vonstein gestern, seien die Erkenntnisse über die Schulwegunfälle. Mit 33 erreicht deren Zahl "einen historischen Tiefstand" und bestätigt sowohl die Präventionskampagnen der Polizei als auch die verschärften Kontrollen. Er sei, sagte Vonstein ohnehin der Auiffassung, dass "Unfälle nicht passieren, sondern verursacht werden". Entsprechend einfach sei die Vermeidung: "Mehr Vorsicht, mehr Rücksicht und mehr Regeltreue."

An Regeln hielten sich vor allem die kleinsten Verkehrsteilnehmer. Insgesamt verunglückten 222 Kinder voriges Jahr bei verschiedenen Situationen im Straßenverkehr (inklusive der 33 Schulwegunfälle). Dreiviertel dieser Unfälle waren von Erwachsenen verursacht worden. "Kinder verhalten sich meist vorbildlich im Straßenverkehr, nämlich so, wie sie es im Verkehrsunterricht von der Kita bis zur Grundschule lernen. Es sind die Erwachsenen, die schlechte Vorbilder abgeben", so Vonstein. Schließlich ändere alles Wissen der Kinder nichts daran, dass sie klein sind, Geschwindigkeiten schlecht einschätzen können und somit die schwächeren Verkehrsteilnehmer sind. Mehr Fehlertoleranz fordert Vonstein deshalb, denn wer die am Steuer beherzige, sei in der Lage, eben auch einen kindlichen Fehler noch auszugleichen.

Das funktioniert schon bei kleineren Geschwindigkeitsüberschreitungen nicht mehr, weshalb die Polizei in diesem Jahr verstärkt auf Tempokontrollen setzt. "Auch in der Stadt ist überhöhte Geschwindigkeit eine Hauptunfallursache. Und es sind immer mehr Unfälle, teils mit erheblichen Folgen für alle Beteiligten, die durch zu schnelles Fahren verursacht werden, seit 2008 erhöhte sich die Zahl um bis zu 13 Prozent.

1094 Senioren sind 2011 in Düsseldorf verunglückt. Das sind mehr als im Vorjahr, entspricht aber dem Anteil der Senioren an der Bevölkerung. Besorgniserregend für die Polizei: Mehr als die Hälfte dieser Unfälle wurde von den über 65-Jährigen selbst verursacht, am Pkw-Steuer, auf dem Fahrrad oder zu Fuß. Vielfach unterschätzten Senioren altersbedingte Schwächen oder Medikamentenwirkungen, sagte Vonstein, der an die Senioren appellierte, sich Showmaster Blacky Fuchsberger zum Vorbild zu nehmen. Der hatte seinen Führerschein mit 84 Jahren abgegeben.

Andere Verkehrsteilnehmer sollten aber auch den Senioren mit Fehlertoleranz begegnen, so Vonstein. Nicht zuletzt, weil für alte Menschen Unfallfolgen oft schwerwiegender sind als für Jüngere.

(RP)