So sicher ist der Rheinufertunnel

So sicher ist der Rheinufertunnel

Meterhohe Rauchwolken schossen durch den Rheinufertunnel, die Zufahrten wurden gesperrt und der Verkehr stockte. Es waren dramatische Bilder, die vielen Menschen am Mittwochabend einen Schrecken versetzten. Und fragend zurückließen, wie man sich in so einer Situation richtig verhält.

Der Tunnel als tödliche Falle: Dutzende Autofahrer, die am Mittwochabend gegen 18.10 Uhr durch den Rheinufertunnel fuhren, hatten plötzlich Angst, das Ende des Tunnels nicht mehr erreichen zu können. Ein Mercedes stand in Brand, wegen der Rauchwolken war die Sicht schlecht. Dem 59 Jahre alten Mercedes-Fahrer gelang es gerade eben noch, seinen 20 Jahre alten Wagen Richtung Ausfahrt Landtag zu fahren – und sich selbst in Sicherheit zu bringen.

Verletzt wurde am Mittwochabend im Rheinufertunnel niemand. Doch wie konnten Feuerwehr und Polizei die Situation binnen 30 Minuten unter Kontrolle bringen, und wie sollten Autofahrer und Spaziergänger sich verhalten? Unsere Zeitung hat bei Feuerwehr und Polizei nachgefragt.

Wie läuft der Einsatz der Feuerwehr bei der Meldung "Pkw in Brand" ab?

Die Feuerwehr hat Einsatzpläne, die jeden einzelnen Schritt genau festlegen. Allgemein gilt: Spätestens nach 9,5 Minuten müssen die Einsatzkräfte vor Ort sein. Je nach Größe, Art und Ort des Brands werden Löschfahrzeuge, Drehleiter, Notarzt, Rettungswagen, Gerätewagen, Atemschutz-Wagen und Tanklöschzüge mit je 5000 Liter Wasser an Bord zur Einsatzstelle geschickt. Am Mittwoch war der erste Löschzug nach sieben Minuten vor Ort. Die Brandmelder im Tunnel, die Alarm geschlagen hatten, wurden aufgesucht und so die Brandstelle zügig gefunden. Währenddessen fuhren andere Einsatzkräfte den Tunnel in beide Richtungen ab, um zu überprüfen, ob Menschenleben in Gefahr sind oder es weitere Brände gibt. Die Brandschutzanlage hatte schon vor Ankunft der Feuerwehr den Tunnel in beide Richtungen gesperrt und die Entrauchungsanlage in Gang gesetzt. "Die Rauchschwaden, die einige Menschen vielleicht beängstigend fanden, waren also gewollt", sagt Feuerwehr-Sprecher Heinz Engels.

Wie geht die Polizei bei einem Brand vor?

Bei Bränden wird die Polizei durch die Feuerwehr alarmiert. Sofort nach dem Eintreffen am Einsatzort sperren die Beamten die Unfallstelle ab, leiten den Verkehr um und halten Schaulustige fern.

Wie arbeiten Polizei und Feuerwehr zusammen?

Die Kommunikation zwischen Polizei und Feuerwehr wird über die jeweiligen Leitstellen abgewickelt, aber auch am Brandort stehen die Beamten im ständigen Kontakt. Gegenseitig informieren sich die Beamten über Gefahrenquellen wie beispielsweise explosive Stoffe.

Wie soll man sich bei einem Unfall oder Brand verhalten?

Die Polizei rät, an die eigene Sicherheit zu denken und andere Autofahrer vor der Gefahrenquelle zu warnen. Auf keinen Fall solle man aber selbstständig den Verkehr regeln: "Nur die Polizei ist berechtigt, in den fließenden Verkehr einzugreifen", sagt ein Sprecher. "Anderen fehlt oft der Überblick über die Situation, dadurch könnten Autofahrer in eine andere Gefahrensituation geleitet werden."

Und was rät die Feuerwehr?

Sie warnt vor einem tollkühnen Verhalten. "Auf keinen Fall sollte man in den Rauch laufen oder fahren", sagt Feuerwehr-Sprecher Heinz Engels, "die Gefahr einer Rauchvergiftung ist sehr groß und bei einem Feuer kann man als Autofahrer oder Spaziergänger ohnehin nicht helfen."

Bei einem Brand in einem Tunnel – wie am Mittwochabend – sollten Autofahrer zügig weiterfahren. "Wer Angst hat, mit dem Wagen weiterzufahren, sollte ihn stehen lassen und einen der Rettungs- oder Fluchtwege aufsuchen, die mit Piktogrammen ausgewiesen werden." Dabei sollte man aber nicht zwangsläufig den kürzesten Ausgang wählen. "Denn der könnte ja durch die Brandstelle führen", sagte Engels.

Wann dürfen Augenzeugen gehen?

Wer die Einsatzkräfte alarmiert, sollte die Ankunft der Rettungskräfte abwarten, um die Retter etwa einzuweisen, wo genau die Unfallstelle liegt. Bei einem Brand in einem Tunnel – wie etwa dem im Rheinufertunnel – können die Rettungskräfte so schneller zur Einsatzstelle eilen und Menschenleben retten.

(RP)