Land aus der Vogelperspektive: So schön ist NRW aus der Luft

Land aus der Vogelperspektive : So schön ist NRW aus der Luft

Der weitläufige Niederrhein, das kompakte Ruhgebiet oder die Mondlandschaft des Tagebaugebietes: Abgehoben vom Alltag und mit dem richtigen Überblick sieht Nordrhein-Westfalen ganz anders aus. Die vierteilige Serie "NRW von oben" im WDR zeigt Rhein und Ruhrgebiet aus einer ungewöhnlichen Perspektive.

Der WDR wechselt die Perspektive: Von hoch oben filmen sie das größte Bundesland, das vielfältig wie kein anderes Bundesland ist. Zwischen Eifel und Teutoburger Wald, Siebengebirge und Niederrhein seit jeher von den Menschen geformt. Viele "Kulturlandschaften" — die Haldengebirge unter Industriewäldern, die ausgebaggerten Seenlandschaften am Niederrhein — sind uns längst so vertraut, dass die Jüngeren sich oftmals überrascht zeigen, wenn sie von deren künstlichem Ursprung erfahren.

Aus der Vogelperspektive erzählt "NRW von oben" Geschichten und die Geschichte des Bindestrich-Landes. Der Film spannt den Bogen von "der Wiege der Menschheit" im Neandertal bis zum Radioteleskop in Effelsberg, vom Westwall hin zum Düsseldorfer Stahlhof als Sitz der ersten Landesregierung. Es geht um Krieg und Zerstörung, aber auch um Aufbau und Neubeginn. Landmarken wie das Hermanns-Denkmal und die Stadttore im Römerpark Xanten, der Kölner Dom und die kurkölnischen Burgen im Sauerland stellen überraschende Verbindungen zwischen den Regionen her.

Für den Zuschauer wird auf diesem Flug ein bildgewaltiges historisches Panorama unserer Agrar-, Industrieund Technologielandschaften aufgerollt. Zugleich führt er auf längst vergessenen antiken und mittelalterlichen Militär- und Handelswegen auch ins einst so "saure" Land, dessen harte Winter heute für die schönste Erholung sorgen.

"NRW von oben" fliegt, mal rasant, mal elegisch, durch Landschaften, Jahreszeiten und Kulturepochen: über das rekultivierte grüne Tal der Ruhr, über die in leuchtendes Gelb getauchten Kornfelder am Niederrhein, vorbei an den Industrieschwaden der Duisburger Stahlwerke und durch die kilometerhohen Dampfwolken der Braunkohlekraftwerke. Beim Flug über das Ruhrgebiet zeigt sich, wie gravierend die aufeinander abgestimmten industriellen Wertschöpfungsketten und Kreisläufe das Bild der Region prägen, wie sehr das Netz der Verkehrs- und Energiewege die Landschaftsräume strukturierten.

Mit atemberaubenden Bildern aus den rheinischen Braunkohlerevieren oder den aus dem Boden schießenden Windparks wirft der Film auch Fragen über die Zukunft des Landes und seiner Landschaften auf: Wohin wollen wir, wie schnell und zu welchem Preis? Wird die rheinische Bucht in einigen Jahrzehnten eine Freizeitlagune mit Ozean? Was wollen wir bewahren, was werden wir opfern, was werden wir neu gestalten? Dabei ist es den Regisseuren gelungen, aus der Luft einige der letzten beeindruckenden Bilder vom "Immerather Dom" und den umliegenden Häusern einzufangen, die nun alle dem Strukturwandel durch Tagebau weichen müssen.

Sendetermeine ab Freitag, 29. November , 20.15 Uhr.

(cwo)