Schulen in NRW: Land übernimmt Kosten für Umstellung auf G9

Schulen in NRW : Land hilft Kommunen mit einer halben Milliarde Euro bei Umstellung auf G9

Die Umstellung von derzeit zwölf Schuljahren auf dreizehn kommt die Kommunen in Nordrhein-Westfalen teuer zu stehen. Nun hat das Land beschlossen, den Städten und Gemeinden mit einer halben Milliarde Euro zu helfen.

Die Kommunen in Nordrhein-Westfalen bekommen die Millionenkosten für die Umstellung vom acht- auf das neunjährige Gymnasium (G9) vom Land erstattet. Das Kabinett beschloss am Dienstag einen Gesetzentwurf, wonach die Kommunen von 2022 bis 2026 insgesamt rund 518 Millionen Euro vor allem für die Schaffung neuer Schulräume erhalten. Das Geld soll laut Mitteilung der Staatskanzlei in fünf Teilbeträgen gezahlt werden. Das vollständige Angebot an Schulräumen müsse erst zum Schuljahr 2026/27 zur Verfügung stehen, wenn der erste neue G9-Jahrgang in die Jahrgangsstufe 13 komme.

Ein zweiter Kostenblock umfasst Ausgaben etwa für Lernmittel und die Erstattung von Schülerfahrkosten. Diese Kosten werden den kommunalen Schulträgern ab 2024 erstattet. In den ersten drei Jahren belaufen sie sich auf jeweils 7,76 Millionen Euro, danach auf jährlich fast 28 Millionen Euro. Außerdem trägt das Land die Personalkosten für die rund 2 200 zusätzlichen Lehrerkräfte, die im Endausbau des G9 insgesamt benötigt werden. Das sind nach früheren Angaben etwa 115 Millionen Euro pro Jahr.

In NRW startet die Umstellung zu G9 an öffentlichen Gymnasien im kommenden Schuljahr 2019/20 mit den Fünft- und Sechstklässlern. Der erste reguläre G9-Jahrgang macht 2027 Abitur. Der Landtag hatte im vergangenen Juli mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von CDU und FDP die Abkehr vom achtjährigen „Turbo-Abitur“ besiegelt. Das Kostenübernahmegesetz soll zeitgleich mit dem G9-Gesetz am 1. August in Kraft treten.

(mre/dpa)
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