Schlösschen für 360 000 Euro saniert

Schlösschen für 360 000 Euro saniert

Nach einem Wasserschaden im August 2010 entdeckte die Bezirksregierung im Plenarsaal des Regierungsschlösschens außerdem den gefährlichen Mauerschwamm. Aufwändig renoviert kann der Saal jetzt wieder genutzt und auch wieder vermietet werden.

Im Dezember 2009 platzte im Regierungsschlösschen der Bezirksregierung an der Cecilienallee ein altes Wasserrohr. Mehrere Räume und vor allem der Plenarsaal im ersten Stock wurden unter Wasser gesetzt und beschädigt. Bei Begutachtung des Schadens entdeckten die Experten im Sommer 2010 noch Schlimmeres: Im Holzboden und in zwei Paneelen an der Wand hatte sich bereits seit Jahren der gefährliche Mauerschwamm eingefressen. Gut eineinhalb Jahre später können Regierungspräsidentin Anne Lütkes und Hans-Gerd Böhme vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW, der das Gebäude besitzt, aufatmen. In einer aufwändigen Sanierung für 360 000 Euro, die allein zur Entfernung des gefährlichen Pilzes notwendig war, hat der Plenarsaal nun einen neuen Parkettboden und zwei erneuerte Wandpaneele, die ebenfalls betroffen waren.

"Dieser Unfall war eigentlich noch Glück im Unglück", sagte gestern die Regierungspräsidentin Anne Lütkes zur Wiedereröffnung des Saals. Wäre das Wasserrohr nicht geplatzt, hätte man den Mauerschwamm nicht entdeckt. Er hätte wohl still und leise alle Holzarbeiten in Böden und Wänden zerfressen. "Dies ist verhindert und alles ist wieder pilzfrei", sagte Böhme.

Plastikfolien und Luftschleusen

Baugerüst und Planen verdeckten monatelang das Gebäude im neo-barocken Stil. Ein riesiges Gebläse förderte unentwegt die Innenluft des Regierungsschlösschens an der Cecilienallee nach außen und saugte saubere Luft an. Ein aufwändiges und sehr teures Verfahren, für das eine Spezialfirma verpflichtet wurde. Das war nötig, sagt Böhme, denn der Pilz lässt selbst stärkstes Holz zerbröckeln und der Schaden hätte noch größer werden können. Zum Glück konnten die Experten nach einigen Wochen im Dezember 2010 erleichtert feststellen: "Nur" der komplette Parkettboden und zwei Holzvertäfelungen an den Wänden waren befallen, die restlichen Holzverkleidungen und vor allem die wertvollen Gemälde und Zeichnungen an den Wänden hatte der Pilz noch nicht erreicht. Um keine weiteren Schäden durch Staub oder gar Pilzsporen in der Luft an anderen Holzteilen oder Kunstwerken zuzulassen, waren umfangreiche Sicherungsmaßnahmen getroffen worden. Eine Plastikfolie als Decke trennte den Boden von den oberen Teilen des Plenarsaals. Außerdem kam man nur durch eine Luftschleuse in den Raum.

Der glanzvoll wiedereröffnete Plenarsaal kann jetzt auch wieder als Einnahmequelle fungieren: Es ist eine der beliebtesten Adressen Düsseldorfs – und zwar für höchst unterschiedliche Anlässe: Es gab in der Vergangenheit festliche Empfänge und schräge Modeschauen, der frühere Regierungspräsident Jürgen Büssow lud regelmäßig zur "Italienischen Nacht" dorthin ein. Und auch Firmen feierten dort Feste und Konzerte. Doch bevor der 150 Personen fassende Saal vermietet wird, tagt dort bald wieder der Regionalrat. Der war in der Zeit der Sanierung provisorisch im Rathaus untergebracht. Erster Termin ist nächste Woche aber erst einmal: Sitzung der Hauptverwaltungsbeamtenkonferenz.

(RP)