Säure-Tanker war überladen

Koblenz (dapd) Acht Monate nach der folgenschweren Havarie des Tankmotorschiffes "Waldhof" auf dem Rhein ist das Rätsel um die Ursache laut Staatsanwaltschaft gelöst. Das mit Schwefelsäure beladene Schiff sei unterhalb der Loreley gekentert, weil es den Gutachtern zufolge "schlicht überladen" gewesen sei, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Hund. Die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung sowie Gefährdung des Schiffsverkehrs gegen die Schiffsführer und deren Reederei würden fortgesetzt.

Der Leitende Oberstaatsanwalt erläuterte, die "Waldhof" habe 631 Tonnen Ladung zu viel an Bord gehabt. In den sieben Tanks seien 2378 Tonnen Schwefelsäure transportiert worden. Allerdings hätten nur vier davon mit maximal 1747 Tonnen befüllt werden dürfen, um die stabile Lage des Schiffes nicht zu gefährden. Die "Waldhof" hätte daher überhaupt nicht auf dem Rhein unterwegs sein dürfen, sagte Horst Hund.

Ende vergangener Woche hatte die Reederei eine Expertise vorgelegt, wonach wahrscheinlich ein zweites Schiff den Unfall verursacht haben soll. Bei dem Unglück am 13. Januar waren zwei Besatzungsmitglieder getötet und zwei verletzt worden. Der gekenterte Tanker brachte die Rhein-Schifffahrt mehrere Wochen lang zum Erliegen. Die Bergung des havarierten Tankschiffes gestaltete sich äußerst schwierig.

(RP)
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