Roman über den Stierkampf

Roman über den Stierkampf

Bei der "Feria", der Aprilmesse von Sevilla kann man es noch erleben: jenes Andalusien der romantischen Träume von rassiger Schönheit, von Stolz und Ehre, von Verrat und Tod, wie es Prosper Merimée in seiner berühmten Novelle "Carmen" beschrieben hat. Für die meisten Reisenden besteht Spaniens südliche Provinz allerdings nur noch aus Golfplätzen und Hotelburgen an der Costa del Sol. Nicht so für Herbert Asbeck. Der 1936 in Düsseldorf geborene Schriftsteller, hat mit seinem neuen Roman "Corrida" auf über 600 Seiten ein opulentes Handlungstableau entworfen, das zum Träumen von Liebe und Abenteuer unter spanischer Sonne einlädt.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht ein prächtiges Landgut am Fuß der Sierra Morena. Dort "adoptiert" die Tochter eines Stierzüchters ein gerade geborenes Tier, das von der Mutter verstoßen wurde. Über vier Jahre dauert die gemeinsame Geschichte von Manuela und "Manolito", dem jungen Stier, bis sie zu einem ziemlich dramatischen Ende findet. Um die Kernhandlung herum präsentiert Asbeck eine ganze Reihe spannend erzählter Ereignisse, die das klassische Bild von Andalusien wieder auferstehen lassen. So erlebt man Szenen von Leidenschaft, Eifersucht und Rache auf den Gehöften der Stierzüchter, aber auch in der Metropole Sevilla.

Auf dem unendlich großen Weideland mit uraltem Eichen-Bestand grasen die wilden Bullen, bis sie in einer Arena um ihr Leben kämpfen müssen. Nicht ganz so herrschaftlich ist das Leben der Korkschäler und der Schweinezüchter, die den berühmten "jamón ibérico" produzieren. Sie alle haben bei Asbeck ihre eigene Geschichte, verwoben mit Ereignissen aus der Natur des Landes. Seit vielen Jahren reist der Schriftsteller immer wieder nach Spanien und spricht die Sprache fließend. Dies und seine Freundschaft zum Manager eines andalusischen Landhotels haben ihm geholfen, Zugang zu den noch immer zahlreichen Gütern der Stierzüchter zu finden.

Warum aber ist die Hauptfigur ein kleines Mädchen? Asbeck erklärt, dass ihm genau diese Geschichte auf einer Reise erzählt wurde. Und zu Beginn seines Schreibens an "Corrida" war seine eigene Enkelin im Alter von Manuela. Über ein Dutzend Buchveröffentlichungen mit Lyrik, Prosa und Dramatik hat der erst spät zur Schriftstellerei gekommene Asbeck bereits geschafft.

Im Augenblick arbeitet er an einem neuen Theaterstück. Sein nächster Roman wird in Cremona spielen und von einem Geigenbauer der Gegenwart handeln. Die Recherchen vor Ort sind bereits abgeschlossen. Man darf wieder gespannt sein.

"Corrida" ist erschienen im Allitera-Verlag und kostet 24,90 Euro. Mehr Infos unter www.herbert-asbeck.de.

(RP)
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