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Köln und Düsseldorf wetteifern um Karneval

Köln und Düsseldorf : Jecker Wettstreit

Rosenmontagszug im Mai, Prinzenproklamation als Fernseh-Stream – der Karneval versucht Corona ein Schnippchen zu schlagen. Doch eines bleibt: die Konkurrenz zwischen Düsseldorf und Köln.

Wie heißt es so schön über den Fastelevond: Karneval ohne Striet es driet. Diesmal sind es die Düsseldorfer, die für den Zwist sorgen. Schließlich liegen zwischen Köln und Düsseldorf nicht nur Welten, sondern auch der Rhein. Weil die rechtsrheinischen Düsseldorfer den Rosenmontagszug kurzerhand auf Ende Mai verschoben haben, toben links vom Rhein die Kölner. „Da jeht ja nett“, heißt es in der Domstadt, die kirchlich auch in der Landeshauptstadt das Sagen hat, ansonsten aber  unter dem frechen Tilly und seinen tollen Wagen leidet. Ausgerechnet der provokanteste Zug darf ziehen, während in Köln die Prunkwagen verstauben.

Dafür hatte Köln jetzt trotz Corona eine prunkvolle Proklamation, die per TV aus dem Gürzenich ins Umland übertragen wurde. Von dort – aus Gladbach, Rommerskirchen oder Pulheim – kamen aber, weil mit den Tollitäten verbandelt, die wenigen Gäste, die sich freuten, wenigstens ein bisschen Karneval mitzubekommen. Kostprobe: Habeck macht den Bauern, die Außenministerin hat noch ‘ne Schultüte. Der Prinz,  die Corona-Infektion gerade überwunden, ließ sich von der Oberbürgermeisterin („Merr kritt oss net kapott“) Mut machen: Frau Reker wünscht sich, dass das Dreigestirn den Jecken möglichst häufig in die Augen blicken kann.

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Weil das kaum in Massen möglich sein wird, hat Funny van den Brock aus Rommerkichen mit seinen Rabaue („Komm, loss mer singe“) und weiteren Bühnenprofis auf jeckstream.de die Sitzung zum Runterladen produziert. Der Gladbacher Karnevalswirt Marc Thönes setzt derweil mit zwölf anderen Gastronomen auf Hausbesuche der Stars, die an Altweiber auf ihrer Rundreise überall kurz Halt machen und vor der Wirtshaustür Durstige bespaßen.

Chefarzt Dr. Ralf Dürselen, ebenfalls MG, kann sogar auf den Besuch des Kölner Bauern hoffen. Der schließlich sein Schwiegersohn ist, was ihm und seiner Frau die Einladung zur Pripro einbrachte. Dort wurde gesungen: „Wie soll dat nun wieder jonn, wann simmer all immun …“ Hoffentlich ist das bis Mai der Fall, wenn in D die „Jecke trecke“. Dann heißt es: „Wenn dat Trömmelche jeht …“. Oder, für die Modestadt nicht ganz so einfach: „Freud jeht vörr eh nöh Hemd.“