Rheinische Lösung Von Rheingold und Drachen

Meinung | Düsseldorf · Geschichten über Liebe, Gier und Leidenschaft kennt das Rheinland zuhauf. Sogar zum Regenbogen gibt es eine Weisheit, die zu kennen sich lohnen könnte.

Evelin Novak (Woglinde, l), Olafur Sigurdarson (M, Alberich), Simone Schröder (Floßhilde, 4.v.r.) und Stephanie Houtzeel (Wellgunde, r) im ersten Teil der Wagner-Oper "Ring des Nibelungen" während der Bayreuther Festspiele 2023.

Evelin Novak (Woglinde, l), Olafur Sigurdarson (M, Alberich), Simone Schröder (Floßhilde, 4.v.r.) und Stephanie Houtzeel (Wellgunde, r) im ersten Teil der Wagner-Oper "Ring des Nibelungen" während der Bayreuther Festspiele 2023.

Foto: dpa/Enrico Nawrath

Das Rheinland ist so reich an Sagen und Legenden, dass selbst Richard Wagner nicht umhinkam, sich an diesem Schatz zu bedienen. Was wäre wohl Wagner ohne das Rheingold gewesen. Vermutlich ne ärme Keäl, dem der Stoff fehlte, aus dem die Opern sind.

Geschichten über Liebe, Leid und Leidenschaft kennt das Rheinland zuhauf. Selbst der legendäre Jan van Werth aus Büttgen gehört dazu. Seiner Griet, die ihn als Knecht verschmähet, gingen die Augen auf, als sie ihn später dann hoch zu Ross als Reitergeneral wiedersah. Mit Siegfried von Xanten war es nicht anders. Diesem Helden und seinem Schicksal widmete sich Wagner. Der Ring des Nibelungen, heutzutage in Bayreuth in Szene gesetzt, wurde letztlich am Niederrhein geschmiedet. Denn da beginnt die Legende über den Königssohn, dessen Tricks so rheinisch waren wie sein Mut, dem auch der Drache (am Drachenfels) zum Opfer fiel.

Romantischer ist die Geschichte von Ritter Lohengrin, der mit Kahn, gezogen von einem Schwan, in Kleve angelandet sein soll. Deshalb heißt das Schloss, hoch über dem Rhein ragend, auch Schwanenburg. Die romantisierende „Gartenlaube“ schrieb Ende des 19. Jahrhunderts „also ward der Schwanenritter zum Ahnherren der Grafen von Cleve und Mark.“ Das Rheingold, an unbekannter Stelle versenkt in der Tiefe des Flusses, inspirierte Wagner. Rheinische Kunstmäzene der Jetztzeit, ebenfalls fasziniert von der glänzenden Historie, gaben ihrer Sammlung moderner Kunst den Namen Rheingold, hatten aber wenig Glück bei der Auswahl eines Kunstberaters. Zum Golde (Gelde) zog es diesen allzu gewieften Makler des Schönen, was gut und gerne ein Stoff für moderne Inszenierungen, Soap genannt, sein und in Köln gedreht werden könnte.

Der Rheinländer liebt selbst die traurigen Legenden. Die goldige Maid und die güldenen Schlüssel stehen für Sehnsüchte. Als jüngst im Dorf mit K ein Regenbogen über der Kirche stand und ich das Foto gepostet habe, kam der Hinweis von Vetter Jürgen: „Nemm dich en Schöpp un sööck dat Emmerke met Jold.“ Am Ende des Regenbogens liegt (für den Tüchtigen) Gold verborgen. Eine schöne Vorstellung!

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