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Bonn: Prozess um Bonner Bauskandal

Bonn : Prozess um Bonner Bauskandal

Im Prozess um das Millionendesaster bei der Errichtung des World Conference Center Bonn (WCCB) hat der Hauptangeklagte Man-Ki Kim (51) die gegen ihn erhobenen Betrugs- und Bestechungsvorwürfe zurückgewiesen. Der Verteidiger des seit neun Monaten in Untersuchungshaft sitzenden koreanischen Investors, Walther Graf, sagte vor dem Bonner Landgericht, sein Mandant sei nicht bereit, sich "zum strafrechtlichen Sündenbock" des Baudebakels machen zu lassen.

Das WCCB gilt als bislang größter Bauskandal in der Geschichte der ehemaligen Bundeshauptstadt. Das vom Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen geförderte 140-Millionen-Euro-Projekt sollte eigentlich die Rolle Bonns als deutscher Standort für die Vereinten Nationen stärken. Doch das Projekt wurde zum Millionengrab. Seit 2009 ruhen die Arbeiten an dem halbfertigen Gebäude. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Betrug, Untreue und Bestechung vor. Staatsanwalt Ulrich Stein beschuldigte den Koreaner, er habe seiner Firma SMI Hyundai Corporation den Auftrag mit List und Tücke erschlichen. In den Verhandlungen mit der Stadt soll er "wahrheitswidrig den Eindruck erweckt haben", hinter ihm stehe der koreanische Konzern Hyundai.

In Wirklichkeit verfügte SMI laut Staatsanwaltschaft "nicht einmal ansatzweise" über die notwendigen Mittel, um auch nur das für das Projekt geforderte Eigenkapital in Höhe von 40 Millionen Euro aufzubringen. Um mit seiner dreisten Köpenickiade durchzukommen, soll der Koreaner einen ehemaligen städtischen Berater bestochen haben. Der Angeklagte selbst schwieg am ersten Verhandlungstag. Sein Verteidiger wies die Vorwürfe vehement zurück. Mitangeklagt sind ein früherer städtischer Berater und zwei Rechtsanwälte des Koreaners.

(RP)