1. NRW

Provisionsstreit: Makler mit Säge attackiert

Provisionsstreit: Makler mit Säge attackiert

Im Streit um eine Maklerprovision soll ein 36-jähriger Büromieter vor rund einem Jahr eine Astsäge gezückt und den Mitarbeiter einer Maklerfirma mit den Sägezähnen im Gesicht und am Hals attackiert haben. Doch zu dieser Anklage wegen versuchter räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung hat der Tatverdächtige gestern zu Prozessbeginn vor dem Landgericht zunächst geschwiegen. Das Opfer (24) gab an, der Angeklagte habe damals 1200 Euro Provision zurückgefordert und weitere 10 000 Euro "als Strafe".

Ausgelöst wurde der Zwist womöglich durch ein Missverständnis. Mit mehreren Freunden hatte der Angeklagte damals Firmenräume an der Klosterstraße gemietet, die Provision war im Maklerbüro gezahlt, der Schlüssel herausgegeben worden. Nur der Mietvertrag war noch nicht unterschrieben. Als dann aber die Hausverwaltung mit weiteren Interessenten vor verschlossenen Türen stand und mit der Polizei drohte, soll beim Angeklagten der Eindruck entstanden sein, der 24-jährige Gesprächspartner der Maklerfirma sei gar nicht berechtigt gewesen, jene Räume zu vergeben und habe die Provision zu Unrecht kassiert. Mit einer Handsäge soll er daher auf den Makler losgegangen sein, soll ihm mehrfach ins Gesicht geschlagen und damit gedroht haben, dem 24-Jährigen das Augenlicht zu nehmen oder ihn gar zu töten – falls der Makler zahlt. Als Zeuge sagte der Makler gestern: "Ich hatte dementsprechende Ängste!" Er habe nach seiner Freilassung mit Kratzspuren von den Sägezähnen an Gesicht und am Hals deshalb sofort seine Wohnung geräumt, sei anonym in ein Hotel eingezogen und habe die Polizei alarmiert. Zumal der Angeklagte mit einem Kumpan schon kurz nach der Tat intensiv nach dem 24-Jährigen gesucht habe.

Ob der Angeklagte zu diesen Vorwürfen im Prozessverlauf doch noch aussagen will, ist ungewiss. Das Landgericht hat für die Verhandlung noch zwei weitere Prozesstermine bis Mitte März reserviert.

(RP)