Düsseldorf: Polizist soll Joints geraucht haben

Düsseldorf: Polizist soll Joints geraucht haben

Weil er bei einer privaten Wochenendfeier in den Niederlanden mehrere Marihuana-Joints hergestellt und geraucht haben soll, fand sich ein 40-jähriger Polizist gestern auf der Anklagebank des Düsseldorfer Amtsgerichts wieder. Angezeigt hatte ihn eine Polizeikollegin (29) aus Leichlingen, die ebenfalls zu der Geburtstagsfeier eingeladen gewesen war. Dem Beamten wird jetzt neben Drogenkonsum auch Drogenbesitz und ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Bei einer Durchsuchung seiner Düsseldorfer Wohnung hatten Kripokollegen 2,5 Gramm Marihuana entdeckt sowie drei Patronen und ein verbotenes Butterflymesser.

Seine mangelnde Einstellung als Polizeibeamter und sein Charakter missfielen der Kollegin laut ihrer gestrigen Aussage sofort, als sie den 40-Jährigen im Mai 2011 bei jener Privatfete erstmals traf. Bei der Party habe er neben ihr sitzend eine Marihuana-Zigarette gedreht und auch anderen Gästen sein Rauschgift angeboten, obwohl er wusste, dass eine Polizeikollegin mit im Kreis saß. Bei weiteren privaten Ermittlungen fand die Beamtin heraus, dass unerlaubt eine Polizei-Anhalte-Kelle in seinem Privatwagen lag.

Seit der Anzeige sei sie von den gemeinsamen Freunden nicht mehr zu Feten eingeladen worden: "Die fanden das ungerecht, dass ich ihn angezeigt hatte."

Der 40-Jährige sagte zu den Anklagevorwürfen gestern kein Wort. Seine Anwältin wies aber darauf hin, dass der Beamte auch damals schon mit seiner Freundin zusammen wohnte. Und angeblich sei nie ermittelt worden, wem das verbotene Messer und die Patronen sowie das Rest-Rauschgift gehörten – und ob der Angeklagte davon gewusst hat. Jetzt soll der Ermittlungsführer bei den internen Untersuchungen gegen den Angeklagten aussagen.

(RP)
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