Polizei beschützt Iran-Rapper

Polizei beschützt Iran-Rapper

Köln (ock) Der Staatsschutz der Kölner Polizei hat Ermittlungen wegen der Todesdrohungen gegen den aus dem Iran stammenden Rapper Shahin Najafi (32) aufgenommen. Das teilte ein Sprecher der Kölner Polizei gestern mit. Zuvor hatte es im Kölner Polizeipräsidium eine Sitzung mehrerer Sicherheitsbehörden gegeben, an der mutmaßlich auch der Verfassungsschutz und das Bundeskriminalamt beteiligt waren. Auf dieser Besprechung wurden Schutzmaßnahmen für Najafi beschlossen, der gestern selbst im Polizeipräsidium erschienen war und Anzeige erstattet hatte.

Anlass für die Anzeige war eine Fatwa (religiöser Richterspruch), die der greise Großajatollah Safi Golpayegani in der den Schiiten heiligen Stadt Qom ausgesprochen hatte. Najafi, der 2005 aus dem Iran ausgewandert war und gegenwärtig in Köln lebt, hatte sich den Zorn der iranischen Religionswächter mit seinem Song "Naqi" zugezogen. Darin soll er den zehnten Imam der Schiiten, al Naqi, verunglimpft haben. Die meisten Schiiten verehren zwölf unmittelbare Nachfolger Mohammeds (Imame) als unfehlbar.

Eine Fatwa verpflichtet alle Muslime, den vom Glauben Abgefallenen zu töten. Entsprechend forderte die iranische Internet-Nachrichtenseite Asr Emrous bereits dazu auf, Najafi "zur Hölle zu schicken".

(RP)
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