Duisburg: Politik fordert baldiges Ende der Loveparade-Ermittlung

Duisburg : Politik fordert baldiges Ende der Loveparade-Ermittlung

Die lange andauernden Ermittlungen zur Duisburger Loveparade-Katastrophe vom 24. Juli 2010 sorgen zunehmend für Unmut. Unsere Zeitung hatte aus Justizkreisen erfahren, dass die Staatsanwaltschaft zwar daran festhält, Anklage gegen die 15 Beschuldigten zu erheben. Der Zeitpunkt ist jedoch unklar. Peter Biesenbach, Vize-Fraktionschef der CDU im Düsseldorfer Landtag, erklärte, es sei für die Angehörigen der Opfer wichtig, dass ein Gerichtsverfahren "endlich Antwort auf ihre offenen Fragen" liefere. Auch die Beschuldigten müssten wissen, woran sie seien. "Die Staatsanwaltschaft ist in dem Verfahren personell gut aufgestellt", sagte Biesenbach. "Ich erwarte, dass die Ermittlungen zügig zum Abschluss kommen und Anklage erhoben wird."

Auch Robert Orth, Justiz-Experte der FDP im Landtag, wünscht sich ein höheres Tempo bei den Ermittlungen. "Man kann den Opfern und ihren Angehörigen nur schwer erklären, warum die Staatsanwaltschaft drei Jahre nach der Tragödie noch immer keine Anklage erhoben hat", sagte Orth. Schließlich müsse ja nicht schon im Laufe der Ermittlungen die Täterschaft eines Beschuldigten erwiesen werden. "Es würde ein schlechtes Licht auf die Justiz werfen, wenn es am Ende nicht zu einer Anklage kommen würde."

Julius Reiter, einer der Opfer-Anwälte, geht davon aus, dass noch in diesem Jahr Anklage erhoben wird. Reiter bestreitet nicht, dass es schwer sein wird, die Schuld Einzelner in einem Verfahren festzumachen. "Trotzdem ist es wichtig, die Verantwortlichen zu ermitteln. Das können ja auch Institutionen sein – etwa die Stadt oder der Veranstalter. Es geht darum, die Ungewissheit der Opfer zu beenden."

(gmv)