Prozess in Münster: Zwölf Jahre Haft für tödliche Messerstiche auf Partnerin

Prozess in Münster : Zwölf Jahre Haft für tödliche Messerstiche auf Partnerin

Nach einem Streit ersticht ein 36-jähriger Mann in Bocholt seine Lebensgefährtin. Die beiden Kinder sind in der Wohnung dabei und können ihrer Mutter nicht helfen. Das Gericht verhängt zwölf Jahre Haft.

Nach einem tödlichen Beziehungsdrama in Bocholt hat das Schwurgericht Münster am Montag einen 36-jährigen Mann wegen Totschlags zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Richter sind davon überzeugt, dass der Angeklagte seine zehn Jahre jüngere Partnerin im Juni 2016 erstochen hat.

Die beiden Kinder des Paares hielten sich zur Tatzeit ebenfalls in der Wohnung auf, konnten ihrer Mutter aber nicht helfen. Insgesamt zählten die Rechtsmediziner am Körper der Toten 21 Stich- und Schnittverletzungen. Einer der Stiche war direkt ins Herz eingedrungen. Ein Gutachter hatte dem Gericht erklärt, dass die Frau keine Chance hatte, den Angriff zu überleben.

Ein Motiv für die Bluttat konnten die Richter nicht feststellen. Sie gehen davon aus, dass es zuvor innerhalb der Familie einen Streit gegeben hat, bei dem es auch zu Beleidigungen gegen den 36-Jährigen kam. Die Schuldfähigkeit des Angeklagten sei dadurch aber nicht beeinträchtigt worden, sagte das Gericht.

Der Bocholter selbst hatte sich im Laufe des Prozesses zu den Vorwürfen nicht geäußert. Einem psychiatrischen Sachverständigen hatte er gesagt, dass er keine Erinnerung mehr an das Tatgeschehen habe. Mehrere Zeugen hatten jedoch ausgesagt, dass der Mann ihnen gegenüber die tödlichen Stiche auf seine Lebensgefährtin eingeräumt habe.

(lsa/lnw)
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