Zwölf Bandenmitglieder in Bonn angeklagt

Drogenhandel im Darknet : Zwölf Bandenmitglieder in Bonn angeklagt

Wegen millionenschweren Rauschgifthandels im Darknet müssen sich demnächst zwölf Mitglieder einer Drogenbande vor dem Bonner Landgericht verantworten.

Laut Staatsanwaltschaft sollen die Angeklagten innerhalb von sieben Monaten über das anonyme, oft für illegale Geschäfte genutzte Darknet Marihuana, Cannabis oder auch Ecstasy im Gesamtwert von 1,3 Millionen Euro verkauft zu haben.

Die Käufer hätten die verbotene Ware in Mengen zwischen einem Gramm und einem halben Pfund auf verschiedenen Accounts und Marktplätzen im „dunklen Netz“ bestellt und mit der Internet-Währung Bitcoins bezahlt. Die Bestellungen wurden in zwei großen Lagerräumen im Bonner Raum abgepackt, adressiert und in Postshops oder zahlreichen Briefkästen in der Region abgeworfen.

Gescheitert ist die professionell agierende Bande schließlich nicht im virtuellen Raum, sondern bei der analogen Zustellung der Päckchen: So gab es einen ersten Hinweis, weil ein Drogenpaket unterfrankiert war und es von der Post an den zum Schein angegebenen Absender - ein wahllos ausgesuchtes Unternehmen in der Region - zurückgeschickt wurde. Als die Firma die nicht bestellte Drogenware aufmachte, wurden die Ermittler eingeschaltet. Nach zahlreichen Observationen kam es im Oktober 2018 zu einer Razzia durch die Siegburger Polizei, bei der sämtliche Angeklagten festgenommen wurden; die fünf Haupttäter sitzen noch heute in Untersuchungshaft.

Aus verfahrenstechnischen Gründen wurden die vielen Protagonisten des Darknet-Handels auf drei Prozesse mit jeweils vier Angeklagten aufgeteilt. Alle drei Bonner Prozesse starten nach der Sommerpause.

(hsr/dpa)
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